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Viktor SchützenhoVer
geeignete Stücke an das Museum der Geschichte der österreichischen Arbeit abzugeben, welches nun berufen sein sollte, die Museumsaufgabe zu übernehmen. Daß dieses „Historische Museum“, wie Exner es nannte, des von ihm selbst gerügten Mangels an Systematik und gefälliger Schaustellung 1 wegen hiefür auch nicht geeignet war, zeigte sich aber bald.
Wie sehr jedoch Nachweisstätten technischer Leistungen immer mehr als notwendig erkannt wurden, zeigen drei um die gleiche Zeit in Wien entstandene Museen, und zwar das im Rotundengebäude im Prater untergebrachte Post- und Telegraphenmuseum, das im Staatsbahndirektionsgebäude nächst dem West-
Bild 5. Technologisches Gewerbemuseum in der Währingerstraße.
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bahnhof eingeordnete Historische Museum der österreichischen Eisenbahnen und schließlich das in der Ebendorferstraße eingemietete Gewerbehygiene-Museum. Die vorerst getrennte Behandlung dieser technischen Schausammlungen ist auf die damals sich ergebende außergewöhnliche Entwicklung der betreffenden Fachgebiete zurückzuführen. An sich war jedes einzelne dieser Museen überaus wertvoll, ohne aber beim großen Publikum, wohl auch wegen der fast behelfsmäßig zu nennenden Unterbringung die sonst verdiente Beachtung zu finden, so daß von Museen mit Ausschluß der Öffentlichkeit gesprochen wurde. Mit Ausnahme des Gewerbehygienischen Museums handelte es sich um rein historische Museen, denen somit der eigentliche Sinn eines technischen Museums, nämlich die Gegen warts Wirkung, fehlte.
Exner richtete nun seine Bestrebungen auf die Vereinigung der getrennt ihren Zweck nicht erfüllenden vier Museen und stellte 1905 im Kuratorium des Technologischen Gewerbemuseums den Antrag, bei der Regierung wegen Gründung eines großen „technohistorischen“ Museums vorstellig zu werden. Er hielt,
1 Das k. k. Technologische Gewerbe-Museum in Wien 1879 bis 1904. Seite 211.