Friedrich Ritter von Lössl.
13
Offiziere aus der Luftschifferabteilung der k. u. k. Armee aLs Mitglieder in den Verein aufzunehmen. Zu den im Flugtechnischen Verein Vortragenden wissenschaftlichen Autoritäten zählten außer Lössl auch Hofrat Claus für den natürlichen Flug, Hofrat Hana für die Windgeschwindigkeit und für die Ballistik General Wuich. Lössl führte öfters die Obmannschaft dieses 1 Vereines.
Im 71. Lebensjahr stehend, hatte sich Lössl auf dem Neuperfeld bei Aussee eine Villa bauen lassen (Bild 4). Dieses Haus wurde so ausgeführt, daß es für
■;:&£ r-
Bild 4. Villa „Gentiana**; der geräumige Turm war für die Fallversuche eingerichtet.
seine experimentellen Luftwiderstandsuntersuöhungen geeignet war. Es hatte einen geräumigen Turm, in dem die Stiege so angelegt war, daß sie die Mitte frei ließ. In diesem freibleibenden Schacht konnten Fallversuche vorgenommen werden. Im ersten Stockwerk war eine große Diele vorgesehen, in der ein Rundlaufgerät, das sich Lössl konstruiert hatte, untergebracht war; dieser Apparat diente insbesondere zur Messung des Luftwiderstandes von Modellen. Er bestand aus einer senkrechten Achse, die am Boden und an der Decke gelagert war und in Brusthöhe einen etwa 3 m langen waagrechten Arm trug. Am äußeren Ende dieses Armes wurde das zu untersuchende Modell durch geeignete Vorrichtungen in verschiedenen Lagen eingespannt. Der Arm bzw. die senkrechte Achse wurde durch Gewichtsantrieb in Umlauf versetzt, wodurch das am Armende eingespannte Modell gegen den Wind geführt wurde. Der Widerstand des Modells war
2*