Aufsatz 
Wilhelm Kress : ein österreichischer Pionier der Luftfahrt / von Erich Kurzel-Runtscheiner
Entstehung
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Wilhelm Kress.

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Stellung des Werdeganges seiner Modell- und Flugzeugbauten und der mit die­sen vorigenommenen Versuche (Bild 10). Wie stets, wenn Kress vor die Öffent­lichkeit trat, so verfolgte er auch mit dieser Schrift den Zweck, Zweifel an der Möglichkeit des mechanischen Fluges zu zerstreuen und für die Förderung der Luftfahrt sowie für die fliegerische Betätigung zu werben.

Kress, dessen letztes Lebensjahr durch Krankheit verdüstert war, starb, 77jährig, am 24. Februar 1913. Wenige Monate vor seinem Tod hatte er eine BroschüreDie erste Entwicklung des Drachenfliegers in Wien herausge­geben, um durch diese seine Prioritätsrechte an den Erfindungsgedanken, die

Bild 10. Bauskizze eines Drachenfliegers ausAviatik, wie der Vogel fliegt und der Mensch fliegen wird. 1905. Aus dieser ist die Darstellung der KRESSschen Knüppel-

steuerung ersichtlich.

er entwickelt hatte, zu verteidigen, da sie ihm von Mißgünstigen aus dem ihm nahestehenden Kreis der flugtechnisch Interessierten streitig gemacht worden waren. Diese Veröffentlichung schließt mit den Worten:Hinter mir liegt ein langes mühevolles Löben, ich opferte meine Zeit, meine Gesundheit und meine materielle Lage aus Liebe und Interesse der flugtechnischen Frage, weil ich überzeugt war, auf dem richtigen Wege zu sein. Tch kämpfte über 30 Jahre trotz Spott und Hohn für diese Frage und meine Familie ertrug gutwillig manche Entbehrungen. Glücklicherweise habe ich schließlich recht behalten und den Triumph des Drachenfliegers noch erlebt.

Als sich über Kress das Grab es war ein von der Gemeinde Wien ge­widmetes Ehrengrab am Zentralfriedhof dieser Stadt geschlossen hatte, ver­stummten sofort jene Stimmen, die sich, insbesondere in den letzten Jahren seines Löbens, gegen ihn erhoben hatten. Niemand wollte mehr sein Feind, jeder sein Schüler gewesen sein. So schrieb, als Kress ein Jahr tot war, ein namhafter Wiener Flugtechniker, der den Altmeister bei Lebzeiten, insbeson­dere in der ZeitschriftDie Waage oft arg gezaust hatte, über ihn:Er hatte eine Feuerseele und schlug im Ungestüm seiner Schöpferfreude Wunden, die