Aufsatz 
Ingenieur Gustav Adolf Wayß : ein Bahnbrecher des Stahlbetons ; ein Beitrag zur Geschichte der Technik / von Rudolf Saliger
Entstehung
Seite
63
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Ingenieur Gustav Adolf Wayß.

Ein Bahnbrecher des Stahlbetons.

Ein Beitrag zur Geschichte der Technik.

Von

Professor Dr.-Ing. Rudolf Saliger.

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Die Geburt des Stahlbetons in dem kennzeichnenden Sinn, daß die in ihm liegenden technischen Eigenschaften der Kraftaufnahme eindeutig erkannt wurden, geht auf das Jahr 1886 zurück. Sie ist mit dem Namen G. A. Wayss und mit den von diesem gegründeten Unterneh­mungen eng verknüpft. Wayss hat eine groß­zügige kaufmännische und organisatorische Tätigkeit für die neue Bauweise entwickelt und blieb stets führend in technischen Belangen als erfindungsreicher Ingenieur. Er war ein beweg­licher und unruhiger Geist. Infolge seiner um­fassenden geschäftlichen und finanziellen Tätig­keit war es ihm oft schwer, durch beharrliche Berufsarbeit immer den Erfolg zu erzwingen.

Der bescheidene Gedanke des Pariser Gärtners Monier bedurfte des Feuergeistes und der In­tuition eines G. A. Wayss, um ihn in die in­genieurmäßige Wirklichkeit umzusetzen. Seine grundlegende Pionierarbeit und Verdienste um den Stahlbeton sind von einem Teil der techni­schen Publizistik zur Seite geschoben worden und andere Personen haben sich vielfach an seine Stelle zu setzen verstanden.

Wayss wurde am 16. Oktober 1851 zu Mühlhausen in Württemberg als Sohn des Bauunternehmers G. A. Wayss geboren. Nach Abschluß der Bau­gewerkschule und Technischen Hochschule in Stuttgart trat er in den württem- bergischen Staatsbaudienst und betätigte sich anschließend beim Bau des Gott­hard-Tunnels. In dieser Zeit (etwa 1877) wurde er nach Eisau bei Winterthur zuständig. Nach Fertigstellung der Schweizer Arbeiten gründete Wayss ge­meinsam mit dem Bauunternehmer Diss die Firma Diss & Wayss in Frank­furt am Main, die sich mit der Herstellung von Zementarbeiten befaßte. Nach

Bildl. Gustav Adolf Way ss ( 1851 1917 )