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Franz Kirnbauer
Reuss, der den Basalt als ein ursprünglich neptmiisch, also unter Wasser abgesetztes, dann aber durch Endlbrände „pseudovulkanisch“ umgeschmolzenes Gestein zu erklären versuchte, gab ihm zu immer neuen Zweifeln Anlaß. Diese spiegeln sich deutlich in den folgenden Versen ans den Xeniem wieder:
Schöpfung durch Feuer
Arme basaltische Säulen! Ihr solltet dem Feuer gehören,
Und doch sah euch kein Mensch je aus dem Feuer entstehn.
Mineralogischer Patriotismus Jedermann schürft bei sich auch nach Basalten und Lava,
Denn es klinget nicht schlecht: hier ist vulkanisch Gebirg!
Kurze Freude
Endlich zog man sie wieder ins alte Wasser herunter,
Und es löscht sich nun bald dieser entzündete Streit.
Schon am Ehrenberg bei Ilmenau trat der Granit unter dem erzführenden Schiefer zutage; dann hatte ihn Goethe im Oberharz als „Mutter“ des
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Bild 5. Der Karlsbader Sprudel (Handzeichnung Goethes, mit vielen technischen
Einzelheiten).
Erzes gesucht und gefunden, jetzt gab ihm ein wiederholter Aufenthalt in Karlsbad (Bild 5) und Eger sowie auf dem Kamm des Erzgebirges Gelegenheit, sich mit diesem mertkwürdigen Urgestein zu beschäftigen. Was Goethe hierbei beobachtet und erschlossen hat, kann heute modi Geltung beanspruchen. Denn den Beziehungen des Granits zu seiner Schieferhülle, die magmatischen Ausscheidungen, die Aplit- und die mineral führenden Pegmatitgänige, die Zinnerze im der Kontaktzone und besonders die rasche Zeitfolge, in welcher diese so verschiedenartigen Massen ausgeschieden worden sein müssen — das alles ist seither im GoETHEsehen Sinne Gemeingut der Wissenschaft geworden.