Aufsatz 
Goethe, Naturwissenschaften und Technik / von Franz Kirnbauer
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Franz Kirnbauer

eine Verkörperung des unaufhaltsamen menschlichen Fortschrittes und eine Hilfe für den arbeitenden Menschen tzu sehen ist.

Goethe hatte die wissenschaftlichen und künstlerischen Institute in Weimar und in Jena zu (betreuen. Mit den Professoren in Jena kam er viel zusammen. Aus den Arbeiten mit den Physikern und Chemikern Seebeck und Döbereiner (Bild 10) geht hervor, wie außerordentlich vielseitig die technischen Fragen waren, die hier eingehend behandelt wurden. Auch Herzog Karl August hatte sich hieran weitgehend beteiligt. Es handelte sich um Fragen der Spiritus-,

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Bild 10. Johann Wolfgang Döbereiner, Chemieprofessor in Jena und Freund und Berater Goethes in chemisch-technologischen Fragen.

Zucker- und Branntweinfabrikiation, um Bierbrauerei und Gasbeleuchtung, um die Einwirkung der Elektrizität auf Pflanzen u. a. mehr. Besonders das Gebiet der Chemie hielt Goethe für so wichtig, daß er Döbereiner bat, die Ergebnisse seiner Forschung zunächst möglichst geheim zu halten, damit man versuchen könne, sie auch >zum Vorteil des Landes derbodenständigen Industrie anzubieten.

Im Zuge dieser Beschäftigung mit technischen Fragen entdeckte Goethe bei sich selbst eine starke industrielle Ader, die ihn auch zur lobenden Anerkennung der in England eingeführten Patente bewog, da sie eine praktische Verwertung von Erfindungen im gewerblichen Leben sicherstellten. In Wiesbaden hatte Goethe im Jahr 1815 die Bekanntschaft rheinischer Industrieller gemacht, wo­durch seine Gedankengänge noch mehr als bisher auf technische Fragen gerichtet