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Erich Kürzel-Runtscheiner
Wissen. Dieses und auch den Reichtum, den er erwarb, hatte Wertheim ausschließlich der ihm innewohnenden Kraft, seiner Intelligenz und jener Ausdauer zu verdanken, mit der er, unermüdlich tätig und rücksichtslos alle Hindernisse bei Seite räumend, einem Ziel zustrebte, das er sich selbst gesteckt hatte und von dem er niemals abließ.
Zur Vervollkommnung seiner Ausbildung bereiste Wertheim nach beendeter Schul- und Lehrzeit Deutschland, Frankreich und England. Mit klarem Blick erkannte er auf diesen Reisen bald, was es bedeutet, vorzügliches Werkzeug für die gewerbliche Betätigung zur Verfügung zu haben. Daher schien
sich dem nach Österreich Zurückgekehrten auf dem Gebiet des Handels mit Werkzeugen, die im Inland nicht erzeugt wurden, ein Weg nach vorwärts eröffnen zu wollen. Bald aber befriedigte ihn diese rein kaufmännische Tätigkeit nicht mehr. Er gaib sie rasch entschlossen auf und wendete sich der Erzeugung von Werkzeugen zu, die er in einer kleinen, in Krems begründeten Werkstätte aufnahm. Anfänglich war Wertheim aber gegenüber den aus Frankreich und England eingeführten Werkzeugen, die alles an Güte übertrafen, was im Inland erzeugt wurde, durchaus nicht wettbewerbsfähig. Er mußte sich daher zuerst damit begnügen, die aus dem Ausland bezogenen Stähle in Griffe, Hobelkasten, Hobelbänke und in andere Holzbearbeitungsvorrichtungen, wie sie in den handwerklichen Betrieben damals üblich waren, einzubauen. Diese Werkzeuge und einfachen Maschinen ließ Wertheim in geschickter Weise in seinen Werkstätten aus dem in Österreich in besonders vorzüglicher Qualität verfügbaren Weißbuchenholz her- steilen.
' Wertheim verlor aber selbst damals sein Ziel, aus ausnahmslos im Inland gewonnenem Halbzeug gebrauchsfertige Werkzeuge in den ausländischen ebenbürtiger Güte im Inland zu erzeugen, niemals aus dem Auge. Nach wenigen Jahren voll unentwegter Versuche gelang es Wertheim, durch sachkundige Verwendung vorzüglichen steirischen Stahls, zur Erzeugung der schneidenden Teile seiner Werkzeuge überzugehen. Er erreichte hierbei, daß diese sich auch den besten ausländischen Erzeugnissen gleichwertig erwiesen.
Besonders fördernd für das Streben Wertheims war es, daß er 1842 zwei von Anton Gruber in den Dreißigerjahren begründete Werkzeugschmieden übernehmen konnte. Diese Betriebe, von denen einer in Wien und einer in
Bild 1. Franz Freiherr von Wertheim 1814—1883.
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