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Heinrich Benedikt
konstruieren, die es ermöglichte, mit einem leichten Druck der linken Hand die Zeilen der Bogen 'bei gleichbleibender Entfernung zu rücken und das Umspannen beim Um wenden des Bogens auf eine einfache Art zu bewerkstelligen. Die Lösung dieser Aufgabe war Neipperg tatsächlich gelungen: „Diese gradweise Büg- und Bewegung der Bögen ist es, was man durch diese neue Maschine auf die leichteste und bequemste Art wirklich zu machen mit gehoftem Erfolg bemüht gewesen ist.“
Das Wesen der NEiPPERGschen „Schreibmaschine“ — er selbst gebraucht diese Bezeichnung — liegt in der zwangsläufigen parallelen Führung der mit mehreren, an einem Stiel befestigten Federn (Bild 2) gleichzeitig beschriebenen Blätter durch „Lineale“ bei gleichfalls mechanisch reguliertem und verstellbarem Zeilenabstand. Dabei war vorgesöhen, daß der obere mit den schon beschriebenen Zeilen bedeckte Teil aller eingespannten und zwangsläufig geführten Blätter in den in der Schreibplatte vorgesehenen Schlitzen verschwand. Das unterste der zu beschreibenden Blätter lag mit seinem noch unbeschriebenen, sich Zeile um Zeile verringerndem Teil offen auf der Schreibplatte (Bild 3). Das obere Blatt bzw. die beiden oberen Blätter (bei gleichzeitigem Beschreiben von drei Bogen) hingen mit ihrem noch unbeschriebenen Teil durch einen Schlitz ins Innere des Schreibtisches hinab: sie stiegen in gleichem Rhythmus mit dem untersten Blatte durch diese Schlitze, entsprechend dem Fortgang des Beschreibvorganges, aulf und verschwanden sogleich ober der eben zu beschreibenden Zeile im nächsten Schlitz. So befand sidh von diesen Bogen nur jeweils eine Zeilenhöhe auf der Schreibplatte, während der schon beschriebene Teil der Bogen durch den obern Schlitz abstieg und der noch unbeschriebene durch den unteren Schlitz aufstieg. Um den Vorgang des Rückens, der nach jeder zu Ende geschriebenen Zeile stattfinden mußte, für alle iBlätter gleichläufig zu machen, waren diese in ein System von Linealen eingespannt, die durch ihr Eigengewicht die Blätter stets gespannt hielten.
Neippergs Konstruktion ist also durchaus verschieden von dem von Friedrich von Knaus 1764 verfertigten, drei nebeneinander liegende Bogen Papier gleichzeitig mit drei in ein gemeinsames Führungslineal eingespannten Federn beschreibenden Gerät, das Knaus den „seltsamen Schreibtisch“ nannte, der „zugleich dreymal schreibt“, und erst recht verschieden von seiner berühmten kugelförmigen „alles schreibenden Wundermaschine“ von 1760, die eines der prächtigsten Schaustücke des Wiener Technischen Museums ist. 1
1 Ing. Erich Kurzel-Runtscheiner, „Zwei Meister der Kunstmechanik am Hof der Kaiserin Maria Theresia: Ludwig Knaus und Friedrich von Knaus“, Blätter für Geschichte der Technik, 5. Heft (Wien, 1938), S. 21—41.
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Bild 3. Schreibplatte der Neippergschen Schreibmaschine. Darstellung der Benützung.