R. Kjeffer und F. BeneSovsky: Die Metallwerk Plansee G.m.b. H. in Reutte. 83
3. Sämtliche Sintererzeugnisse sind im unverformten Zustand mehr oder weniger porös. Man kann daher durch Pressen und Sintern gas- und flüssigkeitsdurchlässige Werkstoffe hersteilen, bei denen eine gewisse Porosität erwünscht ist, wie z. B. Lagerbüchsen, deren Poren später mit Öl gefüllt werden, plastisches Eisen, Filter, Diaphragmen u. a.
4. Gewisse Metalle können wegen ihrer Schmelzpunktsunterschiede und ihrer Unmischbarkeit im flüssigen Zustand durch Schmelzen nicht zu Legierungen vereinigt werden. Die wichtigen Kontaktwerkstoffe Wolf ram-Kupf er, Wolfram-Silber, Silber-Nickel u. a. können daher nur durch Zusammensintern der einzelnen Pulver erzeugt werden. Auf ähnliche Weise kann
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Bild 1. Gesamtansicht des Metallwerkes Plansee in Reutte, Tirol.
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man belieibige, sonst unmischbare pulverförmige Komponenten durch Pressen und Sintern zu Werkstoffen mit besonderen Eigenschaften vereinen. Erwähnl seien hier z. B. die Metallkohlen und Diamantmetallwerkstoffe.
5. Die Herstellung der heute für die spanabhebende Formgebung unentbehrlichen Hartmetalle auf der Basis WC—Co und WC—TiC—Co ist nur auf dem Sinterwege möglich. Das Wolframkarbid (WC) zersetzt sich nämlich beim Schmelzen in W 2 C—WC und Graphit.
6. Neuestens spielen auch wirtschaftliche Gründe bei der Anwendung des Sinterverfahrens eine Rolle. Die Herstellung von Sinter eisen- und Sinterstahlfertigformteilen sowie Sintermagneten sind solche Beispiele, bei denen die Pulvermetallurgie in recht wirksame Konkurrenz zu anderen Massenfertigungsverfahren tritt.
Bis auf geringe Ausnahmen werden heute sämtliche erwähnten Werkstoffgruppen von der Metallwerk Plansee G. m. b. H. erzeugt. Im Zusammenhang mit der Entwicklung des Werkes muß daher auch zur geschichtlichen Entwicklung der Pulvermetallurgie im allgemeinen und der einzelnen Werkstoffe im besonderen sowie deren technische und wirtschaftliche Bedeutung einiges gesagt werden.