Zur Geschichte der Metallwerk Plansee G. m.b. H. in Reutte, Tirol.
85
gegründete Werk 1928/1929 einen Zweigbetrieb in Sill, südlich von Innsbruck, errichtete, der wegen seiner günstigen Stromlage besonders für die Erzeugung von Molybdän und Wolfram sowie anderen hochschmelzenden Metallen und Legierungen gedacht war.
Die Herstellung von Werkstoffen und Metallen für hochvakuumtechnische Zwecke setzt reinste Ausgangsmaterialien voraus. Die Erzeugung von reinstem Molybdän- bzw. Wolframtrioxyd, den Ausgangsstoffen für die Metallherstellung, ist auf chemischem Wege verhältnismäßig umständlich. Das von P. Schwarzkopf und A. Schmidt entwickelte Verfahren zur Sublimation von
Bild 3. Gruppe kippbarer Hochtemperatur-Sinteröfen.
C'fJ'yh
■vfiips
v*. •
Molybdänsäure, gestattet auf einfachste Weise aus den unreinen Rohmaterialien (abgerösteter Molybdänglanz und Abfälle aus der Molybdänfertigung) zu hochreinem Molybdäntrioxyd zu gelangen. Die Molybdänsäure verdampft bei 700° bereits so stark, daß es gelingt, durch Sublimation eine Trennung von den Verunreinigungen zu erzielen, die bei dieser Temperatur noch nicht flüchtig sind. Immer wieder aufgenommene Versuche, reinstes Wolframtrioxyd durch Sublimation zu gewinnen, scheiterten daran, daß die Begleitoxyde bei der Destillationstemperatur des W0 3 (etwa 1400° C) einen zu hohen Dampfdruck aufwiesen.
Wolfram und Molybdän fanden außer in der Glühlampen- und Röhrenindustrie schon sehr bald in Form von Drähten und Bändern als Heizelemente in Hochtemperaturöfen Verwendung. Insbesondere um den Einsatz von Molybdän für diese Zwecke haben sich Betriebsleiter P. Werner und Ob.-Ing. F. Krall in Reutte große Verdienste erworben. Die heute in der Pulvermetallurgie benützten Hochtemperatur-Sinter-, Muffel- und Hämmeröfen werden zum