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R. Kieffer und F. Benesovsky
1931 wurde gemeinsam mit den DEW-Krefeld die Titanit G. m. b. H. gegründet, welche die Fabrikation von „Titanit“ im Bau des Höhenlaboratoriums des Metallwerkes Plansee aufnahm. Hier ist auch des verstorbenen Betriebsleiters Ing. S. Heiss zu gedenken, der von 1938 bis 1945 die Hartmetallabteilung führte.
Die Bearbeitung von Formstücken aus ßinterhartmetall ist praktisch nur mit Diamant möglich, und das Bedürfnis, diesen idealen Hartstoff in Feinpulverform der Schleiftechnik nutzbar zu machen, führte nach mechanischen Einbettungsversuchen des Diamantkornes in geschmolzene metallische oder Kunstharz-Grundmassen zur pulvermetallurgischen Herstellung der Dia-
Bild 5. Formstücke aus Sinterhartmetall.
man t me tallegier ungen. Man sintert feinen Diamantboart in Metallpulver verschiedener Art und Zusammensetzung, z. B. Eisen-Nickel, Eisen- Kupfer oder Hartmetallegierungen ein und bringt diesen Werkstoff in Form eines Belages auf die Schleifwerkzeuge auf. Der Bedarf für derartige Werkzeuge stieg natürlich mit dem Einsatz von Hartmetall immer mehr an, so daß das Metallwerk Plansee mit der Hartmetallerzeugung später auch die Erzeugung von Diamantmetallwerkstoffen und hartmetallgebundenen Abrichtwerkzeugen nach Patenten von R. Kieffer und S. Heiss aufnahm.
Die geschilderten Entwicklungsarbeiten, die vom Planseewerk geleistet wurden und welche die technische Bedeutung der Pulvermetallurgie entscheidend erweiterten, fallen in eine Zeitspanne, in der das Werk infolge der allgemeinen Wirtschaftskrise und der damaligen politischen Lage Österreichs mit großen Exportschwierigkeiten und Rohstoffknappheit zu kämpfen hatte.
Im Zuge der Besetzung Österreichs erfolgte 1938 die Übernahme der Gesellschaft durch die DEW-A. G. Krefeld. 1939 und zu Beginn der zweiten Weltkrieges wurde das Werk in das allgemeine Wehrprogramm eingereiht, blieb