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R. Kieffer und F. Benesovsky
dem üblichen Fertigungsprogramm des Werke« Platz. Lediglich in der Sintereisenabteilung war unter Ausnützung des vorhandenen Pressen- und Ofenparkes eine Umstellung auf eine wirtschaftliche Friedensfertigung erforderlich, die dann auch ab 1946 in beachtlichem Umfange in Gang kam und die österreichische Fahrzeug-, Kleinmaschinen- und Beschlägeindustrie mit Formteilen aus Sintereisen und Sinterstahl versorgte. Die Erfahrungen, welche man während des Krieges auf dem Gebiete der Sinterstahlerzeugung gesammelt hatte, konnten sehr nutzbringend auch für die Nachkriegsfertigung ausgenützt werden.
Das Zweigwerk Sill, welches während des Krieges ausschließlich für die Molybdän- und Wolframerzeugung gearbeitet hatte, ergänzte nach Kriegsende das Erzeugungsprogramm des Hauptwerkes durch Wolframpulver, geschmolzenes Wolframkarbid für Aufschweißzwecke und Sonderziehsteine. Es erzeugt ferner das für die Hartmetallfertigung erforderliche Titankarbid sowie Karbidmischkristalle. Die Sintermagnetfertigung wurde 1948 von Reutte nach Sill verlegt und die Herstellung von Preßmagneten nach dem Verfahren der Firma Ugine, Grenoble, in Angriff genommen.
Neben der Deckung des Inlandbedarfes arbeitet das Planseewerk heute größtenteils mit 60 bis 70°/o seiner Kapazität für den Export. Da es sich bei den Erzeugnissen um sehr hochwertige Veredelungsprodukte handelt, so fließen, obwohl die Rohstoffe, wie Molybdänglanz, Wolframsäure, Kobaltpulver, Titandioxyd und Diamanten größtenteils aus dem Ausland eingeführt werden müssen, dem österreichischen Staate bedeutende Devisenbeträge zu.
Die unmittelbar nach Kriegsende einsetzenden Verhandlungen zur Rückgabe des Werkes an Dr. P. Schwarzkopf führten 1948 zur Durchführung der Restitution.
Die Geschichte des Metallwerkes Plansee wäre nicht vollständig, wenn nicht ein Blick auf die ausländischen Gründungen und Beteiligungen des Werkes und damit auf seine Stellung in der internationalen Wirtschaft geworfen würde. In die Anfänge des Metallwerkes Plansee fällt die Gründung der N. V. Molybdenum Company in Amsterdam als Patentholding- und Verkaufsgesellschaft, die eine weltweite Verkaufsorganisation unterhielt. Für die Wolframfeindrahtfertigung wurden in Nimwegen, aufbauend auf den Erfahrungen und dem Vormaterial des Metallwerkes Plansee, 1927 die Vereenigden Draadf abrieken, Nimwegen, gegründet, die später noch die Fabrikation von Torsionswaagen aufnahmen.
Amerika schützte sich um 1930 durch sehr hohe Schutzzölle gegen die Einfuhr von hoohschmelzenden Metallen. Um sich den amerikanischen Markt weiterhin zu sichern, wurde die American Electro Metal Corp. in Lewiston gegründet, die Molybdän-Feindraht aus Vormaterial des Metallwerkes Plansee herstellte. Während des zweiten Weltkrieges verlegte die American Electro Metal Corp. ihre Tätigkeit nach Yonkers und nahm dort insbesondere die Fertigung von Sintereisen, Sinterstahl, Sintermagneten und hochwarmfesten Werkstoffen auf.