Aufsatz 
Zur Geschichte der Metallwerke Plansee G.m.b.H. in Reutte, Tirol / von R. Kieffer und F. Benesovsky
Entstehung
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Zur Geschichte der Metallwerk Plansee G. m.b. H. in Reutte, Tirol.

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Um der in England gleichfalls sehr stark aufkommenden pulvermetallurgi­schen Konkurrenz zu begegnen, wurde gemeinsam mit der Metropolitan Vickers eine Hartmetallerzeugungsstätte gegründet, die später mit der Fabrikations­stätte für Verbundmetalle, der Compound Electro Metals Corp. zu der Metro-Cutanit vereinigt wurde. In die jüngste Zeit fällt eine Beteiligung an der Cerametal, Societe pour la Metallurgie des Poudres A. R. L. inWal- ferdingen/Luxemburg, die bereits seit 20 Jahren Molybdändraht fertigt und demnächst mit der Erzeugung des HartmetallesTitanit nach den Lizenzen des Metallwerkes Plansee beginnen wird.

Zur Ausweitung und Sicherung des Marktes in Sintererzeugnissen wurden auf gewissen Teilgebieten auch Lizenzen nach verschiedenen europäischen Ländern vergeben, die eine zusätzliche Devisenquelle für die österreichische Wirtschaft darstellen.

Abschließend darf nicht unerwähnt bleiben, daß ein Werk, welches sich mit einem so jungen Gebiet beschäftigt, wie es die Pulvermetallurgie ist, nur durch intensive Forschungstätigkeit mit der Entwicklung Schritt halten kann. Der immer größer werdende Umfang der Forschungsarbeiten führte 1940 zur Grün­dung einer zentralen Versuchsanstalt. Die gesammelte Entwicklungs- und Forschungstätigkeit fand dann in der Herausgabe des BuchesPulvermetall­urgie und Sinterwerkstoffe durch R. Kieffer und den Leiter der Versuchs­anstalt W. Hotop im Jahre 1943 ihren Niederschlag. Die insbesondere während des zweiten Weltkrieges gesammelten Erfahrungen auf dem Sintereisengebiet wurden von R. Kieffer, W. Hotop, H.-J. Bartels und F. Benesovsky in dem 1948 erschienenen WerkSintereisen und Sinterstahl zusammengefaßt. Diese beiden Standardwerke der Pulvermetallurgie und eine große Anzahl von wis­senschaftlichen Veröffentlichungen in in- und ausländischen Fachzeitschriften halben nicht wenig zum guten Ruf der österreichischen Wissenschaft und Technik beigetragen.

Aus der Feder von Dr. Schwarzkopf und seinem Mitarbeiterstab stammt das 1947 in New York verlegte BuchPowder Metallurgy, das in der Neuen Welt eine hervorragende Aufnahme fand.

Technikgeschichte, 11. Heft.

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