Heinrich Benedikt: Schiffahrt im Pongau.
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den Buchberg zu umgehen, aber dies erforderte unmäßige Frachtkosten. In dieser Not machte sich Mathias Scharfetter, ein Holztrifter zu Kuchl, „ein bekannt tätiger und 'unternehmender Mann“, erbötig, den Schiefer auf der Salzach zu verschiffen.
Er verfertigte eine Plätte und am B. Oktober 1808 wurde die erste Ladung, die „auf der Axe“ von der Grubbichler Grube zur „langen Brücke“ oberhalb St. Johann gebracht wurde, bis zur Pfarrbrücke in Werfen verschifft. Hier wurde der Schiefer auf Wagen umgeladen und zum Werk gefahren.
Da die Werksverwaltung für die gefährliche Arbeit des Schiffziehens auf dem unwegsamen Ufer kein Pferd auftreiben konnte, wurde diePlättevon sechs Bergknappen flußaufwärts gezogen, während Scharfetter auf dem stromaufwärts gezogenen Fahrzeug das Seil bediente. Erst nachdem Bergarbeiter einen notdürftigen Schiffszugweg hergerichtet hatten, fand sich ein Bauer mit einem Pferd ein.
Um die Schiffahrt bis zum Blahaus fortsetzen zu können, wurden zwei Bergarbeiter aus Großarl und einer aus Gastein, die in der Sprengarbeit bewandert waren, und vier Knappen vom Windingberg und Schäferötz damit betraut, die Felsen unter der Festung Hohenwerfen, welche die Schiffahrt behinderten, zu sprengen und das Flußbett zu räumen. Scharfetter leitete die Sprengung auf der 270 m langen Strecke oberhalb der Kalchenibrüoke.
Bevor die Schiffbarmachung dieser Strecke in Angriff genommen wurde, erging ein Ersuchen an die ik. k. Landesregierung um die Zustimmung. Die Landesregierung leitete den Akt zur Stellungnahme an die Fortifikationsdistrikts- direktion, deren Haupt, Generalmajor De Lopez, keine Einwendung erhob. Die Sprengung wurde zeitgerecht, ohne das Einlangen der von der Berg-, Salz und Münzwesens-Direktion am 29. März 1809, No 1063 erteilten Bewilligung abzuwarten, im Februar und März 1809 bei niedrigem Wasserstand durchgeführt. Zum Steinsprengen unter dem Schloßberg „im Fluß, meistens aber auf dem Gries“, wurden 90 Pfund Pulver, die 360 Schuß lieferten, verwendet. Zum „Schuß abfliehen“ diente ein Kahn, dessen Herstellung 15 fl. kostete. Triftmeister Scharfetter, der die Arbeiten leitete, erhielt einen Schichtlohn von 1 fl. 30 kr., die Knappen je 36 kr. Das war der doppelte Lohn, den damals ein Taglöhner erhielt. Die Sprengarbeit am Schloßberg kostete 654 fl. 18 kr., die Herstellung des Schiffszugwegs von der Brücke unter dem Markt St. Johann bis zum Blahaus, Abräumen und Aushacken des Gebüschs und Steinsprengen 151 fl. 48 kr.
Die Schiffahrt begann in diesem Jahr bei den Maschlwerkern, eine Viertelstunde oberhalb von Markt St. Johann und ging bis zum an der Blühnbach- mündung stehenden Blahaus. Der Treidelweg war bis auf einige Teile hergerichtet, bei denen noch auf die pfleggerichtliche Besichtigung gewartet wurde, um Schadenersatzansprüchen der Bauern vorzubeugen. Da der Weg nicht gut genug war, um den Sohiffszug mit einem Pferd zu bewältigen, wurden zwei Ochsen gemietet, einer der bis Bischofshofen und einer, der von da bis Maschlwerkern zog. Jeder der beiden Wiederkäuer brauchte vier und eine halbe Stunde für seinen Weg. Während die Bergfahrt also insgesamt neun Stunden erforderte, dauerte die Talfahrt nur neunzig Minuten.
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