Aufsatz 
Schiffahrt im Pongau / von Heinrich Benedikt
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Heinrich Benedikt

Man gab sich der Hoffnung hin, nun auch die in Gastein gebrochenen Ofen­steine, mit denen die schadhaften Teile der Hochofenausfütterung erneuert wur­den, daneben auch Kupfer und Schwefel von Großarl und vor allem in schnee­armen Wintern Holzkohle und Erz von Werfen unter Vermeidung der Landfracht über den steilen Schloßberg der Landesfeste zu Wasser zu befördern und damit viel Geld ersparen zu können.

Die 'Bergverwaltung im alten Brennhof zu Werfen arbeitete einen Kosten­voranschlag aus, der schwarz auf weiß bewies, daß bei einer jährlichen Ver­frachtung von 2200 Truhen (880.000 kg) Erz von Werfen, 400 Truhen (160.000 kg) Schiefer von St. Johann und 400 Wiener Zentner (22.400 kg) Ofenstein aus Gastein 487 fl. 40 kr. erspart würden. Die Ladung, welche das Schiff aufnehmen

SALZBURG

konnte, betrug 14 Truhen oder 5600 kg. Von der Pfarrbrüdke zu Werfen, wohin das Erz verzogen wurde, konnte das Schiff täglich dreimal zum Blahaus fahren.

Der Grubbichler Schiefer wurde zwischen dem 3. Oktober und 17. November 1808 zu Schiff von der Bischofshafener bis zur Werfener Brücke gebracht. Die Ersparnis gegenüber der ausschließlichen Achsfrächt des Vorjahres, die von Grubbühel zum Hochofen 1 fl. 36 kr. ausmachte, betrug einen Kreuzer die Truhe. Daß ein, wenn auch winziger Nutzen erzielt und ein größerer Verlust vermieden wurde, war einer Frachteinnahme von 62 fl. 3kr. 3 pf. zu verdanken, da für das Kupferwerk Großarl 'Rupferfässer und Schwefelkisten und für Private 298 Zent­ner Käse mitgeladen worden waren. Für den Käse war ein Frachtsatz von 9 kr. den Wiener Zentner eingehoben worden. Die Verfrachtung des Schiefers nahm 35 Fahrten in Anspruch. Der Schiffsmeister erhielt einen Schiohtlohn von 1 fl. 30 kr., der erste Ruderknecht 1 fl. 12 kr. und der zweite Ruderknecht 1 fl., der Mann, der das Seil beim Zurücktreiben bediente, 28 kr.

Im nächsten Jahr wurden 514 Truhen Erz von Werfen und 421 Truhen Grub­bichler Schiefer verschifft, so daß die Fracht des letztgenannten auf 1 fl. 26 kr. fiel. Das war immerhin eine Ersparnis von 10 kr. Man hoffte, das Ergebnis