Aufsatz 
Hermann von Hoernes : (1858-1948) ; Luftschiffer, Flugtechniker und Luftfahrthistoriker / von Oskar Regele
Entstehung
Seite
31
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Hermann von Hoernes.

(18581948)

Luftschiffer, Flugtechniker und Luftfahrthistoriker.

Von

Ing. u. Dr. Oskar Regele.

Mit 1 Bildnis.

In Linz an der Donau starb am 17. Jänner 1948 im 90. Lebensjahre und fast erblindet der Luftschiffer, Flugtechniker und Luftfahrthistoriker Hermann von Hoernes, dessen Namen in der Geschichte der Luftfahrt einen dauernden Ehren­platz einnehmen ward. Einer alten österreichischen Familie 1 entstammend, kam Hermann Hoernes am 31. Juli 1858 als Sohn des Oberstleutnants Karl Hörnes in Venedig zur Welt, trat 1877 in die Pionierkadettenschule zu Hainburg ein und wurde 1880 Kadett-Offizierstellvertreter im Pionierregiment. Die Pionierschule vermittelte ein umfangreiches und gediegenes technisches Fachwissen, das vielen Schülern dieser Anstalt zu bemerkenswerten technischen Leistungen verhalf 2 . So konnte sich auch Hoernes beim Bau der Drina-Straßenbrücke in Gorazda, bei den Baracken- und Rettungsarbeiten gelegentlich des Agramer Erdbebens, bei der Sprengung des Nordbahnviaduktes nächst Seibersdorf und später im Eisenbahn- und Telegraphenregiment bei Bahntrassierungen und Feldbahnarbeiten bestens bewähren. Während der kriegerischen Ereignisse in der Herzegowina im Jahre 1882 zeichnete sich Hoernes besonders aus und erhielt für Beweise hervorragender Tapfer­keit die Silberne Tapferkeitsmedaille. Seine Tätigkeit auf dem Gebiete der Luft-

1 Die Familie Hoernes ursprünglichHörnes ist durch den Geologen Moritz, den Prähistoriker Moritz und den Geologen Rudolf Hoernes in der österreichischen Wissenschaft rühmlichst vertreten (Hoernes-Gasse in Wien III) und steht zu den Komponisten Wilhelm Kienzl und Richard Heuberger, dem Radierer L. Kazimir und dem ehemaligen Stadtkommandanten von Wien G. d. I. Wiesinger in engen verwandt­schaftlichen Beziehungen.

2 Unter anderen waren Pionier-Kadetten: Vizeadmiral und Handelsminister B. v. Wüllerstorf, der Waffentechniker und Kunsthistoriker W. Boeheim, der Kartho- graph J. V. Albach, der Baumeister Josef Ceipek, der Brücken-Konstrukteur und Leiter der Sprengarbeiten im Eisernen Tor Franz Herbert, der Erfinder des Tanks G. Burstyn, der Luftschiffer Fr. Hinterstoisser, der Lenkballon-Konstrukteur Fr. Boemches, der Wiener Branddirektor Ing. Fr. Seifert, der Scheimpflug-Kartograph Ing. R. Tiller, der Wünschelruten- und Erdstrahlen-Forscher Ing. K. Beichl und der Hochschulprofessor Dipl.-Ing. G. Prikel.