Heft 
1950: Zwölftes Heft
Entstehung
Seite
95
Einzelbild herunterladen

Technikgeschichtliche Bücherschau.

Von

Dipl.-Ing. Erich Kurzel-Runtscheiner.

In dieser Bücherschau werden auch einige Bücher aus dem Ausland besprochen, da sie neben der aus ihnen zu schöpfenden Belehrung willkom­mene Spenden sind, die eine wertvolle Bereicherung der Bibliothek des Technischen Museums für In­dustrie und Gewerbe in Wien bedeuten. Mit der Besprechung soll gleichzeitig der Dank an die Spender abgestattet werden.

Die Forschung brachte eine ungeheure Zersplitterung der Arbeiten mit sich. Jeder ,Spezialist' fühlte sich Herr und Sklave ,seines' Faches und übersah dabei, daß neben und mit ,seiner Welt' noch eine andere, ungezählte andere bestanden, die sämtliche oder deren meiste ebensolche ,Herren' oder ,Diener' besaßen, wie er selbst einer war. Sie alle zusammen schufen Bausteine für ein Haus, das jedoch noch lange nicht gebaut und dessen Baumeister noch nicht geboren ist... Aus diesem Grunde entstand der Gedanke des vermittelnden Zusammenschlusses und wurde Pate für einen Geisterbau, in dem die Leistungen der vielen nebeneinander Herlaufenden auf eine Basis und unter ein Dach gebracht werden sollten, damit sie nicht nur um ihrer selbst willen und nutzlos da sind, sondern der Gesamtheit dienstbar werden. Mit diesen Sätzen legt Professor Dr. Eduard Paul Tratz, der geistige Vater, Schöpfer und Gestalter des nun auf ein Vierteljahrhundert des Bestehens zurückblickenden, volksbildend im eigensten Sinn des Wortes und volkstümlich gewordenen Museums Haus der Natur in Salzburg in einem 1949 erschienenen Führer durch die Samm­lungen die Grundgedanken dar, die 1924 zu deren Entstehung führten 1 .Mutter dieses Museums war die am 26. Juni 1923 in Salzburg gegründete Gesellschaft für darstellende und angewandte Naturkunde; dieser Name umfaßt auch zugleich das Programm, das Tratz der Ausgestaltung der mit vielen fähigen und idealistischen Mitarbeitern geschaffenen Schausammlungen zugrunde legte, die erfolgreich dem Ziele zustreben, den Besuchern das Geschehen in der Natur und die Leistungen des Menschen in ihr zu verlebendigen. Niemand, der Salzburg besucht, versäume es, dieses schöne, originelle und Belehrung spendende Museum zu besuchen!

1 Eduard Paul Tratz :25 Jahre Haus der Natur Salzburg (19241949). Jubiläums- schrift und Führer durch das Museum, mit Bilderschmuck vom akad. Maler Wolfgang Grasberger und akad. Maler Adolf Reich. Herausgegeben von der Gesellschaft für darstellende und angewandte Naturkunde in Salzburg, Salzburg 1949.