Zum Gedenken an Dr. Ing. h. c. Karl Wurmb, den Erbauer der österreichischen Alpenbahnen
1901 — 1907 .
Gewidmet von seinen ehemaligen Mitarbeitern Dr. techn. Friedrich Binder und Dipl.-Ing. Max Rohlena.
Mit 2 Abbildungen.
Vor 100 Jahren, am 18. September 1 1850, ist einer der größten österreichischen Ingenieure des Zeitalters der Eisenbahnen, Dr. Ing. honoris causa Karl Wurmb, in Neumarkt am Hausruck in Oberösterreich geboren worden. Er studierte an der Züricher technischen Hochschule, trat als Ingenieur-Assistent bei der Südbahn in Dienst, wo er bei der Brennerbahn, dann bei der Trassierung und beim Bau der Pustertalbahn mitarbeitete und war sodann als Bauführer einer Unternehmung beim Bau der Strecke Villach—Tarvis, später im Dienst der Generalinspektion der österr. Eisenbahnen bei der Trassierung der Predilbahn, der Linie Laibach—Karlstadt, der Salzkammergutbahn und der Arlbergbahn tätig. Er führte ferner Studien für den Bau des Arlbergtunnels durch sowie die Trassierung der Tauernbahnvarianten.
Im April 1890 wurde Wurmb, auf Grund seiner außerordentlichen Fähigkeiten vom Baudirektor Bischof der Wiener Stadtbahn bestens empfohlen, provisorisch zum Leiter des Steiermärkischen Landeseisenbahnamtes und 1892 definitiv zum Direktor dieses Amtes ernannt. In dieser Zeit hatte er die oberste Leitung der Trassierung und des Baues der Landesbahnen Cilli—Wöllan, Pöltschach—Gono- bitz. Stainz—Wieselsdorf. Kapfenberg—Seebach und der Murtalbahn inne sowie die Leitung der Projektierung der Linien Grobelno—Rohitsch, Wöllan—Unter- drauburg, Zeltweg—Wolfsberg und Neuberg—Mariazell. Im Jahre 1894 wurde er als Hofrat und Generalinspektor des österreichischen Lokalbahnwesens in das Handelsministerium berufen. Nach der Errrichtung des Eisenbahnministeriums im Jahre 1896 leitete er als Ministerialrat das technische Lokalbahnamt.
Im Juni 1901 wurde er vom damaligen Eisenbahnminister Dr. Witter zum Sektionschef im Eisenbahnministerium befördert und im Oktober zum Ei senil ahnbaudirektor ernannt. Damit war er zur Leitung der Eisenbahnbau-
1 Das am Grabstein des Gersthofer Friedhofes in Wien ersichtliche Datum ..18. November 1850“ ist — wie eine Anfrage beim Pfarramt Neumarkt ergeben hat — unrichtig.