Friedr. Binder uud Max Rohlena : Zum Gedenken an Dr. Ing. h. c. Karl Wurmb. 39
direktion, also des Amtes berufen worden, das die auf Grund des Gesetzes vom 6. Juni 1901 herzustellenden neuen Eisenbahnlinien des damaligen Großstaates Österreich auszuführen hatte.
Es war das größte Bau- und Investitionsprogramm der Eisenbahnen, das jemals in Österreich geplant und durchgeführt wurde und umfaßte die Herstellung einer zweiten Eisenbahnverbindung der nördlichen Reichsteile
Bild 1. Karl Wurmb (1850—1907).
mit Triest, dem einzigen österreichischen Seehafen, ferner eine Reihe anderer Eisenbahnneubauten sowie ein Investitionspräliminare der Staatseisenbahnverwaltung für die Jahre 1901—1905. Das Bauprogramm sah folgende neue Eisenbahnlinien vor:
Die Tauernbahn, die Karawankenbahn, die Wocheinerbahn, die Linie Görz— Triest (über Reifenberg—Opcina), die Pyhrnbahn (Klaus Steyrling—Selztal), ferner die Linien Lemberg—Sambor—ungar. Grenze, Rakonitz—Laun, Hartberg—Friedberg und schließlich die Fortsetzung und Vollendung der Projektierung und des Baues einzelner, bereits früher genehmigter Staatsbahnbauten. Durch die fünf erstgenannten Bahnen sollten vor allem die Tarifentfernungen der nördlichen Gebiete des damaligen Österreich vom Seehafen Triest gekürzt werden; gleichzeitig wurden aber auch damit zahlreiche internationale Eisenbahnverbindungen wesentlich gekürzt und hiedurch die wirtschaftlichen Beziehungen Europas sehr vorteilhaft beeinflußt.
Wahrhaftig ein Riesenwerk, zu dessen Bewältigung eine Energie, Tatkraft und Willensstärke erforderlich war, die dem begnadeten Genie Wurmbs in seltener