Kitzbühel, die alte Bergstadt.
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mit gediegenem Schnitzwerk; Lebkuchen-, Butter- und Wachsmodel; Färbermodel für Buntdrucke; ein großer Model für Lederpressung; Hutmacherfachbogen; alte Maße und Gewichte; eine Dreschmaschinenkette aus Holz; eine Sammlung von Zunftbüchern und Zunftordnungen der Schmiede, Schlosser, Schuhmacher, Lederer, Müller und Bäcker sowie als älteste auf uns gekommene Kitzbüheler Zunftordnung jene der Schneider von 1427; endlich eine Ofenkachel mit dem Bildnis Martin Luthers, die aus einem Gewerkenhaus stammen dürfte. Nicht unerwähnt seien Erinnerungen an Christian Reithmann (1818—1909), der in Fieberbrunn bei Kitzbühel geboren, wurde; er ist der Erbauer des ersten Viertaktmotois (1873), den er in München für seine Werkstätte als Antriebsmaschine herstellte 22 - 23 .
Das Kitzbüheler Heimatmuseum enthält, wie man sieht, auch eine Fülle von für die Technikgeschichte wertvollen Schaustücken. Dem Besucher, der diese Zeugen der Vergangenheit ernsthaft betrachtet, vermitteln sie ein Bild, das vom Bergbau der Urzeit über jenen des Mittelalters bis zu dem unserer Tage reicht, und ein Bild der Entwicklung tirolischer Volkstechnik.
Schrifttum.
(1) „Schwazer Bergbuch“ 1556. Bebilderte Handschrift, in 6 Ausfertigungen auf uns gekommen: 1. Exemplar Leobner Hochschulbücherei (wohl Urschrift) ; 2. Exemplar Nationalbibliothek Wien; 3. Exemplar Bayerische Staatsbibliothek, München; 4., 5. und 6 Exemplar Museum „Ferdinandeum“ Innsbruck (unter diesen eine Prachtausgabe). über diese den Stand des tirolischen Bergbaues um die Mitte des 16. Jahrhunderts fachmännisch schildernde Handschrift, nach einem früheren Besitzer eines der Innsbrucker Exemplare vielfach auch „Ettenhards Bergbuch“ genannt, siehe (14) und (15).
(2) Matthäus Burglechner von Thierberg „Tyroler Adler“, Original dieser Handschrift im Staatsarchiv in Wien, 8 Bände, nach 1620?; eine vierbändige Abschrift im Museum Ferdinandeum in Innsbruck.
(3) Joseph von Sperges „Tyrolische Bergbaugeschichte, mit alten Urkunden und einem Anhänge, worin das Bergwerk zu Schwaz beschrieben wird“, Wien 1765.
(41 Dr. Friedrich Dobel „über den Bergbau und Handel des Jacob und Anton Fugger in Kärnten und Tirol (1495—1560)“ in „Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben und Neuburg“, 9. Jg., Augsburg 1882.
(5) Max Reichsritter von Wolfstrigl-Wolfskron „Die Tiroler Erzbergbaue, 1301—1665“, Innsbruck 1903.
(6) Josef von Senger „Das verlassene Bergwerk am Röhrerbichl“ in „Beiträge zur Geschichte, Statistik, Naturkunde und Kunst in Tirol und Vorarlberg“, 1. Band, Innsbruck 1825.
(71 Hof rat Dr. J. M. Eder „Schloß Münichau bei Kitzbühel, Tirol. Seine Geschichte und sein Verfall“, Wien 1915; das Buch ist ein drucktechnisches Kabinettstück der von Eder 1888 gegründeten Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien.
(8) Robert Ritter von Srbik „Bergbau in Tirol und Vorarlberg“, Innsbruck 1929; gibt vorzüglichen Überblick in allen aktuellen bergmännischen Fragen, in den bergbaugeschichtlichen Teilen vielfach abhängig von (5).
(9) Dr. Guido Hradil „Der Geisterschacht am Röhrerbiiliel in Tirol“ in „Blätter für Geschichte der Technik“, Schriftleitung Dr.-Ing. L. Erhard, 1. Heft, Wien 1932.
(10) „Biichlach und Rerobühel“ in „Kitzbüheler Nachrichten“ vom 17. Dezember 1932.
(11) Dr. Hans Hochenegg „Die Kirchen Tirols. Die Gotteshäuser Nord- und Osttirois in W T ort und Bild“, Innsbruck 1935.