Aufsatz 
Österreichs Beitrag zur Lumineszenzanalyse und Fluoreszenzmikroskopie / von Franz Dangl
Entstehung
Seite
63
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Österreichs Beitrag zur Lumineszenzanalyse und Fluoreszenzmikroskopie.

Aus dem Lektorat für Fluoreszeuzmikroskopie der Hochschule für Bodenkultur,

Wien.

Von

Franz Dangl.

Mit 9 Abbildungen.

Wenn auch heute, da Leuchtstoffröhren, Lumineszenzanalyse und Fluoreszenz- mikroskopie allgemein bekannte Anwendungen der Lumiueszenzerscheinungen geworden sind und in den überaus zahlreichen Veröffentlichungen, die dieses Fach­gebiet behandeln, verschiedene Autoren als Pioniere genannt werden, dürfte es doch mit Rücksicht auf die zum Teil unbekannteren oder schwieriger erfaßbaren Quellen angezeigt sein, die historische Entwicklung zu verfolgen und die bezüg­lichen Angaben schrittweise zu vervollständigen und zu ergänzen.

Unseren gegenwärtigen Erkenntnissen entsprechend, unterscheiden wir die Begriffe Phosphoreszenz und Fluoreszenz, die unter der übergeordneten Bezeich­nung Lumineszenz zusammengefaßt werden.

Wir verstehen darunter Leuchterscheinungen, die in den verschiedenartigsten Substanzen durch Energiezufuhr angeregt werden.

Erfolgt diese durch Lichtstrahlen, vorwiegend durch den dem menschlichen Auge unsichtbaren, von Johann Wilhelm Ritter, Dr. med. und Pharmazeut in Gotha und Weimar privatisierend, am 22. Februar 1801 entdeckten kurzwelligen, ultravioletten Teil des Spektrums, so bezeichnen wir jene alsPhotolumineszenz, welche heute weitgehende wissenschaftliche und technologische Anwendung findet.

Die in den vorliegenden Betrachtungen behandelten Gebiete des sichtbaren und unsichtbaren Lichtes umfassen nur einen sehr geringen Teil des derzeit bekannten und technisch-wissenschaftlichen Nutzanwendungen dienstbar gemach­ten Gesamtbereiches der elektromagnetischen Wellen, wie aus dem Bild 1 zu ersehen ist.

Die Bezeichnung Phosphoreszenz umfaßt derartige Leuchterscheinungen, welche auch noch nach Beendigung der Einwirkung der erregenden Strahlen auf- treten, alsonachleuchten. Sie geht auf die Beobachtung eines italienischen Alchimisten Vincentio Casciarolus zurück, der im Jahre 1602 oder 1603 ge­glühten Schwerspat von dem Berge Mons Padernus bei Bologna den Sonnen­strahlen aussetzte und im Dunkeln ein Nachleuchten beobachtete.