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Paul Dolch:
Die eigentliche Produktion geht nun wie folgt vor sich:
I. Niederdruckbetriebe.
In diesen Betrieben wird aus Kokereigas, das in seiner Zusammensetzung dem üblichen Stadtgas ähnlich ist, durch Aufspaltung der Kohlenwasserstoffe, insbesondere des Methans, mit Sauerstoff, Luft und Wasserdampf in der Hitze zunächst ein Gas erzeugt, das aus Kohlenoxyd, Kohlensäure, Wasserstoff und Stickstoff besteht; durch katalytische Umsetzung des Kohlenoxyds mit Wasserdampf entsteht das sogenannte Kontaktgas, welches im wesentlichen aus Wasserstoff und Stickstoff, bereits in dem für die Synthese des Ammoniaks erforderlichen Verhältnis von 3 :1 besteht, noch geringe Mengen Kohlenoxyd enthält und die bei der Wasserdampfkonvertierung entstandene Menge Kohlensäure. Das Kontaktgas wird in einem größeren Gasometer, der als Ausgleichsbehälter dient, gespeichert und aus diesem den Hochdruckbetrieben zugeführt.
Im einzelnen gestaltet sich der Produktionsgang in den Niederdruckbetrieben wie folgt:
Koksofengas
1
Gebläse (600 mm WS)
I
Reinigermasse —» Schwefelreinigung —> ausgebrauchte Reinigungsmasse
1
Gebläse (bis 8 m WS)
I
Sauerstoff —> Spaltanlage <— Wasserdampf (Gas- und Luftsättiger, Wärmeaustauscher, Spaltofen, Abhitzekessel)
1
Spaltgas
1
Rußfilter
i
Konvertierungsofen
(Umwandlung von Kohlenoxyd in Wasserstoff unter C0 2 -Bildung)
1
Schlußkühler
1
Gasometer für Kontaktgas
Das von Teer, Ammoniak und Benzol befreite Kokereigas der Hütte Linz gelangt durch eine über 1 km lange Leitung über eine Meßstelle, in der die Mengen und die verschiedenen Kennwerte, wie Dichte, Temperatur, Druck, Heizwert, gemessen werden, ins Werk. Das angelieferte Gas, das noch durch Schwefelver- bindungen verunreinigt ist, wird zunächst im Gebläsehaus auf einen etwas höheren