Entwicklung und Stand der Stickstoffdüngerindustrie in Österreich.
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4 elektr. Heizung
Gisßntritt
Das in den Niederdruckbetrieben erzeugte Koutaktgas wird aus dem Gasometer den Hochdruckkompressoren zugeführt, die wegen des hohen Enddruckes von zirka 300 at in sechs Stufen arbeiten. Nach der dritten Stufe gelangt das Gas mit einem Druck von 28 atii in die Druckwasserreinigung, in der es von dem Großteil der Kohlensäure durch Auswaschen mit Wasser in hohen stehenden Zylindern befreit wird. Da das Wasser in der Druckwäsche gleichfalls einen Druck von 28 at besitzt, muß es zwecks Abgabe der Kohlensäure auf normalen Druck gebracht werden. Um die in dem Druckgefälle zur Verfügung stehende Energie auszunutzen, erfolgt die Entspannung des kohlensäurehaltigen Wassers in einer Strahlturbine (PELTON-Radturbine) mit Schaufelrad.
Die wiedergewonnene Energie beträgt etwa 50% der zur Erhöhung des Wasserdruckes auf 28 at notwendigen. Das aus der Druckwäsche abgehende Gas gelangt nun in die vierte bis sechste Stufe der Hochdruckkompressoren und verläßt diese mit zirka 300 atü. Anschließend erfolgt die Feinreinigung des Gases für die Synthese, und zwar in zwei Stufen. Zunächst wird mit am- moniakalischer Kupferlauge in der sogenannten Blauwäsche das Kohlenoxyd und der größte Anteil der im Gas noch vorhandenen Kohlensäure ausgewaschen. Anschließend folgt eine Wäsche mit zirka 25%igem Ammoniakwasser, die sogenannte Weißwäsche zur Entfernung der letzten Spuren von Kohlensäure. Nach dem Verlassen der Wäsche besteht das Gas im wesentlichen aus Wasserstoff und Stickstoff in dem gewünschten Verhältnis 3:1 und einem sehr- geringen Gehalt an Methan, das der Spaltung entgangen ist, und an Argon, das mit dem Sauerstoff im Niederdruck in die Spaltanlage eingebracht wurde. Dieses sogenannte Reingas oder auch Frischgas wird mit 300 atü hinter dem Kontaktofen dem Gaskreislauf zugesetzt als dung von NH 3 verbrauchten Mengen an H 2 und N 2 . Die nicht unbeträchtliche Menge Kohlenoxyd, die in der Blauwäsche ausgewaschen wird, wird nach Entspannung, Erwärmung und Evakuierung der Waschlauge als Rückgas erhalten und in die Konvertierungsaniage der Niederdruckbetriebe zurückgeführt, in der die Umwandlung des Kohlenoxydgases mit Wasserdampf erneut vor sich geht.
Die Umsetzung von Stickstoff und Wasserstoff im Kontaktofen gibt Wärme ab und erhält so die für die Umsetzung notwendige Temperatur von 550 bis 650°
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/ ßjsfijhrung
; T i /Cjlontakrrohre
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/ Jsoiierung
/ Gasspulung
/ Regenerator
Jsoiierung
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Bild 3. Kontaktofen für die Ammoniaksynthese. (Win n acker -
Weingaertner : „Chemische Technologie“, Band II, S. 190, Bild 11).
Ersatz für die durch Bil-