Aufsatz 
Entwicklung und Stand der Stickstoffdüngerindustrie in Österreich / von Paul Dolch
Entstehung
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Entwicklung und Stand der Stickstoffdüngerindustrie in Österreich. 19

säurefestem Material in die Absorptionsanlage. Diese Anlage besteht aus einer Anzahl von hohen Berieselungstürmen aus säurefestem Spezialstahl, die mit Itaschigringen aus Steinzeug angefüllt sind. Die einzelnen Türme sind im Gegen­strom geschaltet, d. h. im letzten Turm treffen die beinahe erschöpften Gase mit neu aufgegebenem Wasser zusammen, während im ersten Turm die frischen Gase von bereits auf etwa 40°/« angereicherter Salpetersäure berieselt werden. Die Säure verläßt den ersten Turm mit einem Gehalt von 50°/o und wird dem Salz­betrieb zugeführt.

IV. Salzbetrieb.

Im Salzbetrieb wird die Salpetersäure mit Ammoniak neutralisiert. Es entsteht hierbei eine Ammonnitratlauge, die bis auf einen geringen Gehalt an Wasser ein­gedampft wird. Zur Herstellung des fertigen Düngers wird diese Fertiglauge mit Kalkstein, der in Sichtermühlen zu Staubfeinheit gemahlen ist, gemischt und die breiige Masse mit einer Pumpe auf einen Spritzturm gebracht. Der Produktions­gang geht wie folgt vor sich:

Salpetersäure

\

Kalkstein

I

Kalkmühle

(Mahltrocknung)

1

Kalkmehl

Ammoniak

/

Neutralisation < -> Laugekreislauf

| (Vakuumkühlung

Verdampfstation

1

Fertiglauge

Ammonnitratlauge (hochkonzentriert)

1

Mischbehälter

1

Turmpumpe

i

Spritzturm

1

Aufbereitung

J

Kalkammonsalpeter

KAS-Speicher

4

Verladeanlage

Da bei der Mischung der Salpetersäure mit dem Ammoniak die Neutralisations­wärme frei wird, wird eine Kühlung der Lauge durch einen Laugekreislauf vor-

Technikgeschichte, 13. Heft.

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