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Paul Dolch:
genommen, so daß die Reaktionswärme in weitem Maße zur Wasserverdampfung ausgenützt wird. Die Kühlung der Umlauflauge erfolgt durch Evakuierung, so daß die überschüssige Wärme zur teilweisen Vorverdampfung der Lauge benutzt wird. In der Verdampferstation wird die Frischlauge in Umlauf Verdampfern, die kontinuierlich arbeiten, eingedickt.
Wie bereits bemerkt, wird die Maische von Fertiglauge mit Kalksteinmehl aus dem Mischbehälter von der sogenannten Turmpumpe einer Spritzzentrifuge zugeführt, die in einen sehr geräumigen, 20 m hohen Turm in der Mitte der Decke eingebaut ist. Hier wird in einem raschlaufenden Zylinder aus Edelstahl, der mit Bohrlöchern versehen ist, das Gut in Tröpfchen zerteilt und in einem den Turm von unten nach oben durchziehenden Kaltluftstrom zum Erstarren gebracht. Die erstarrten Körnchen sammeln sich auf dem Boden des Turmes, von wo sie von einem ständig kreisenden Ausräumer durch einen Schlitz geworfen und mit einem Wuchtförderer in die sogenannte Salzapparatur gebracht werden. Diese Apparatur besteht neben Transporteinrichtungen aus Grob- und Feinwalzwerk, Kühltrommel, Wuchtsieb und Pudertrommel. Im Grob- und Feinwalzwerk sollen eventuell gebildete Klümpchen zerkleinert werden; in der Kühltrommel wird das Gut weiter abgekühlt, durch nachfolgende Siebung von gröberen Anteilen getrennt, um schließlich in einer Pudertrommel mit geeigneten Puderstoffen bestaubt zu werden. Diese Behandlung gibt dem nun fertigen Erzeugnis, dem Kalkammonsalpeter, beste Lagerfähigkeit. Transportanlagen fördern den fertigen Kalkammonsalpeter in einen Silobau, aus dem über Absackanlagen das Produkt automatisch in Säcken von 50 und 75 kg Inhalt verpackt und über die Verladestationen direkt dem Versand zugeführt wird. Der fertige Kalkammonsalpeter enthält 20,5°/o Stickstoff und etwa bis 40% kohlensauren Kalk. Er ist dadurch gekennzeichnet, daß er den Stickstoff zur Hälfte in Form von leicht assimilierbarem Salpeterstickstoff und zur Hälfte als Ammoniakstickstoff enthält, der einer längeren Zeit zur Wirkung im Boden bedarf. Der Kalkammonsalpeter gelangt im Ausland unter dem Namen „Nitramoncal“ in den Handel. Es mag interessehalber erwähnt werden, daß am 20. Oktober 1950 die 1-millionste Tonne Kalkammonsalpeter seit Kriegsende produziert wurde. ,
Hiermit ist die Beschreibung des Produktionsganges der Kalkammonsalpetererzeugung beendet. Neben den Produktionsbetrieben sind im Werk eine Reihe wichtiger Nebenbetriebe und -einrichtungen vorhanden, die für den Betrieb einer derartigen Anlage unerläßlich sind. Es sei auf das Wasserwerk, die Dampferzeugung, die elektrischen Umformerstationen, die unmittelbar für den Betrieb tätig sind, ferner auf die Einrichtungen der Laboratorien, die zum Teil der Überwachung der Produktion und des Fertigproduktes dienen, zum Teil mit For- schungs- und Entwicklungsaufgaben beschäftigt sind, und vieles andere hingewiesen. Neben den Betrieben sind umfangreiche Werkstätten vorhanden, die eine stetige Sicherstellung des Betriebsablaufes gewährleisten.
Es darf nicht unerwähnt bleiben, daß die österreichische Stickstoffwerke Aktiengesellschaft in Linz über den Rahmen der Kalkammonsalpeterfabrikation hinaus schon frühzeitig durch Aufnahme weiterer Betriebe auf den verschieden-