Aufsatz 
Alfred Collmann : Leben und Leistung
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Alfred Collmann Lebensweg und Leistung.

Collmann war mit einem hohen Sinn für das Praktische im Leben und das Wundervolle in Natur, Kunst und Wissenschaft ausgezeichnet. So stand er auch gesellschaftlich im alten Wien in enger Verbindung mit vielen Prominenten seiner Zeit. Die Brüder Hochenegg, Wagner-Jauregg, Chiari, Slatin-Pascha zählten zu seinen nächsten Freunden. Hörrigers Ideen fanden bei ihm frühestes Inter­esse. Mancher Sportzweig in Österreichs Bergen und auf unseren Alpenseen fand ihn als einen der ersten und verständnisvollsten Förderer. Noch bis in die letzte Zeit lenkte er fast täglich seine Schritte in das Künstlerhaus, zu dessen ältesten Mitgliedern er zählte. Viele Angehörige der Künstlergenossenschaft, deren Namen, wie der seine, in den Annalen Wiens ihren Platz haben, wie Angeli, Charlemont, Darnaut und viele andere, standen ihm freundschaftlich nahe.

Die Wintermonate verlebte Collmann in Wien in einem vornehmen Zinshaus, das er sich in der Reisnerstraße erbaut hatte, die Sommermonate in seiner Villa am Millstätter See. Am 7. April 1937 ist Collmann, wenige Tage vor seinem 87. Ge­burtstag, in Wien, der Stadt, in der er geboren und in die er als erfolgreicher In­genieur zurückgekehrt war, hochgeehrt und von allen verehrt, die ihn persönlich kannten, eines sanften Todes gestorben. Er wurde seinem Wunsch und seinem Wesen entsprechend in aller Stille zu Grabe getragen.

Die Auswirkung der Ingenieurtätigkeit Alfred Collmanns strahlte aus in alle Welt. Er war einer jener, der das billige Sprüchlein vomösterreichischen Erfinderschicksal gründlich ad absurdum geführt hat. Collmann hat, wie er von sich selbst sagte, niemals ein Unternehmen gegründet, auch nicht durch Ver­öffentlichungen zu glänzen versucht, aber das sei ihm gelungen:durch fertige Ausführungen wirklicher Maschinen weltweit zu wirken.

Quellennachweis.

Aufzeichnungen und Fragebogen im Personenarchiv des Forschungsinstitutes für Technikgeschichte.

Patentschriften.

Mitteilungen aus der Familie und von Freunden.

Schrifttum.

Johann Radinger,Über Dampfmaschinen mit hoher Kolbengeschwindigkeit, 1. Aufl., Wien 1870, 3. umgearbeitete Aufl., Wien 1892.

Bericht über die Erfolge aller die Collmann-Steuerungspatente ausbauenden Maschinenfabriken, Wien 1901.

Die Entwicklung der Collmann-Steuerungen und deren Ventilbewegungen, Wien, o. J.

Ludwig Czischek,Die Dampfmaschinen der Pariser Weltausstellung in: Zeit­schrift des Österr. Ingenieur- und Architekten-Vereines, Wien 1901, Hefte 29, 31, 32, 47, 49, 50 und 51.

M. F. Gutermuth,Die Weltausstellung in Paris. Dampfmaschinen in: Zeit­schrift des Vereins Deutscher Ingenieure, Berlin 1900, Heft 35, Berlin 1901, Hefte 6, 9, 11 und 22.

Nachrufe:Neue Freie Presse, Wien, 13. April 1937,Neues Wiener Tagblatt, Wien, 18. April 1937,Rundschau technischer Arbeit, Berlin, 28. April 1937.