64
Erich Kurzel-Runtsciieiner
begleiten den auf exakten Erhebungen und Daten aufgebauten Text. Was diese Berichte als aktuelle Leistungen von heute schildern, wird in wenigen Jahrzehnten technisches Geschehen von einst geworden sein.
Nach Westdeutschland führt uns das Buch „Die Technische Hochschule Eredericiana Karlsruhe — Festschrift zur 125-Jahr-Feier“ 22 . Es berichtet in dem die Schrift einleitenden „Geschichtlichen Rückblick“ von der Gründung der heutigen Hochschule als Polytechnische Schule durch den Großherzog Ludwig von Baden im Jahre 1825 sowie von den weiteren Schicksalen. Mit berechtigtem Stolz wird darauf hingewiesen, daß diese Hochschule das Glück hatte, seit ihrer Gründung die jeweils bedeutendsten Männer ihrer Zeit als Lehrer und Forscher auf ihren Lehrstühlen zu haben, unter denen auf Franz Grashof, Fritz Haber, Heinrich Hertz, Max Le Blanc, Johann Gottfried Tull a und endlich auf unseren in Stadt Steyr geborenen Landsmann Ferdinand Redtenbaciier hingewiesen sei. Eine ausführliche Biographie dieses mit Recht als „Begründer des Maschinenbaues als Wissenschaft“ Gefeierten, verdanken wir dem derzeitigen Professor für Kolbenmaschinen, Dr.-lng. Otto Kraemer. Gerade die Geschichte der Technischen Hochschule Karlsruhe bestätigt die Erkenntnis, daß großzügige Personalpolitik gute Hochschulpolitik ist: mit den Leistungen der Inhaber der Lehrstühle wächst, fällt aber auch die Geltung jeder hohen Schule.
ln New York lebt seit beinahe zwei Jahrzehnten die aus Wien stammende Graphikerin Lili Retiii. Sie erfreut den Ingenieur mit der mit jenem feinsten Verständnis für technisches Geschehen, das sie auszeichnet, ausgeführten Zeichnungsfolge „The 1950 Reconstruction of the White House — An artist’s impressions“ 23 . Es wurde nur eine kleine Auflage von 600 Exemplaren dieser auch für die Bibliophilen reizvollen Veröffentlichung gedruckt; nur die „big shots“ der Regierung und der Ingenieurkreise von USA. erhielten je eine Kopie. Für den Techniker besonders interessant ist die letzte Darstellung der von Lili Retiii gezeichneten Reihe, die zeigt, daß vom alten Bestand des 1829 vollendeten Baues des White House eigentlich nur mehr die Außenmauern stehen, während die gesamte Innenkonstruktion, die baufällig und einsturzgefährdet geworden war, in Stahlbetonbauweise erneuert wurde.
In die von Professor Dipl.-Ing. Dr. techn. Julius Duiim herausgegebene Buch- sammlung „Technische Handbücher für Baupraktiker“ des Wiener Verlages Georg Fromme & Co. wurde auch ein Werk über „Geodäsie und Photogrammetrie“ eingereiht. Die großangelegte Arbeit, dieses Lehrbuch zu schaffen, das zwei Bände umfassen wird, wurde dem ord. Professor für Geodäsie und Photogrammetrie an der Wiener Hochschule für Bodenkultur Dr. Franz Ackerl 24 übertragen. Der nun vorliegende erste Teil enthält den Bericht über „Instrumente
22 „Die Technische Hochschule Fridericiana Karlsruhe — Festschrift zur 125-Jahr- Feier“, Karlsruhe 1950.
23 (Lili Rethi) “The 1950 Reconstruction of the White House —An artist’s impressions”, Washington 1950.
24 Franz Ackerl: „Geodäsie und Photogrammetrie“, l.Teil: „Instrumente und Verfahren der Vermessung und graphischen mechanischen Auswertung“. 218 Abb. und 14 Tabellen, Bd. VIII, 1. Teil der „Techn. Handbücher für Baupraktiker“. Herausgegeben von Dipl.-Ing. J. Duhm, Wien 1950, Verlag G. Fromme & Co.