Geschichte der Wiener Porzellanmainifaktur
17
Schönbrunner Schloß geliefert wurde. Noch manches andere wertvolle Service mußte an Napoleons Marschälle abgegeben werden. Noch heute sind die wundervollen Formen und Farben jener Zeit, der Blütezeit des Empire, zu bewundern.
Noch mehr als im Jahre 1806 hatte die Wiener Porzellanmanufaktur im Jahre 1809 zu leiden. Das Werk hatte für die Landwehr eine eigene Kompagnie gestellt,
Bild 9. Gemüseverkäuferin, Alt-Wiener Figur, 18. Jhdt.
Bild 10. Fischerknabe, Alt-Wiener Figur, 18. Jhdt.
die sich unter den Freiwilligen bei Ebelsberg auszeichnete. Diese feindselige Stellungnahme gegen Napoleon mußte die Fabrik schwer büßen. Nach dem unglücklichen Jahre 1809 erschien auch in der Wiener Manufaktur ein französischer Kriegskommissar, der nicht nur das gesamte Bargeld beschlagnahmte, sondern auch sämtliches Material für die Eroberer sicherstellte.
Trotzdem kämpfte Niedermayer mit allen Kräften um den AVeiterbestand der Manufaktur und es gelang ihm, den Betrieb auch über diese Krise hinwegzuretten. Er wurde belohnt durch den unerhörten Aufschwung und Absatz, den die Manufaktur während des Wiener Kongresses erlangte, der mit seinem Zustrom kunstfreudiger Fremder eine neue Blütezeit brachte.