Geschichte der Wiener Porzellanmanufaktnr
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Der Freiberger Oberzehnder, Bergamtmann Pabst, fand den Goldmacher „bei gutem und aufrichtigem Gemüthe und sonderlicher Erkänntnis in rebus naturali- bus et naturae secretis“. Böttger verlangte Schutz vom Kurfürsten, aber Freiheit gegen die eidliche Versicherung, nicht zu fliehen. I >ann könnte er dem Lande „in dem Gebürge und denen Bergwerken“ viel nützen.
Im Jahre 1702 schickte Pabst von Freiberg aus Geräte und einige Hüttenarbeiter nach Dresden, wo Böttger auf der Jungfernbastei an seinen Versuchen.
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Bild 22. Wiener Porzellanfabrik Angai ten. Bemalung einer Figur der Spanischen Reitschule Photo: Bildarchiv Österr. Nationalbibliothek
Gold aus unedlen Metallen zu erzeugen, arbeitete. Da ihm dies nicht gelang und er den Zorn Augusts des Starken fürchtete, floh er am 20. Juni 1703 über Prag und Wien bis nach Enns. Hier wurde er aber von den Häschern des Kurfürsten wieder eingeholt und nach Dresden zurückgebracht. Tschirnhaus, ein berühmter Gelehrter und Gründer der Glashütte Dresden, sowie Pabst erhielten nun den Auftrag, den Alchimisten gemeinsam zu überwachen. Nun war Böttger, kaum 20 Jahre alt, tatsächlich „der Goldmacher des Königs“ und Tschirnhaus sein Aufseher und Examinator.
Wenn nun Böttger aus seinen verworrenen Anfängen auf den klaren Weg einer positiven und erfinderischen Arbeit gedrängt wurde, so hat er dies Tschirnhaus, diesem unbestechlichen Mann zu danken, vor dem es keine Flausen gab und der gewohnt war, Ideen in stetiger Ausdauer zum Ziel zu führen.
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