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Hedwig Gollob
ganz vorzüglich beigetragen haben, demselben das allerhöchste Wohlgefallen zu bezeigen und ihm eine Belohnung von 1500 flkz. zu bewilligen geruht“ (Abb. 4). Stummer hing immer mit großer Liebe an dem Institut. Er war der Schwiegersohn .1 oh. Joseph Prechtls, des Direktors des Polytechnischen Institutes geworden. Er war es auch, der die Aufstellung der von Tilgner ausgeführten Büste Prechtls vorschlug. Leider ist Stummer am 12. Februar 1891, noch vor den Feierlichkeiten der Denkmalenthüllung, plötzlich gestorben. 5
Bild 4. Technische Hochschule Wien, Lehrkanzel für Hochbau (Prof. Merinsky) Entwurf Stummers für den Ausbau der Technischen Hochschule Wien. Grundriß
Im gleichen Jahr, in dem er mit dem Bau der Technik begann, erhielt er einen großen industriellen Auftrag, den Bau der Brauerei Held. Ferner muß in jener Zeit seine Tätigkeit bei der Nordbahn einsetzen. Jedenfalls wird anläßlich seiner Erwählung zum technischen Direktor dieses jungen Unternehmens im Jahre 1843 seine frühere Arbeit im Bereiche der Bahn anerkennend erwähnt. Er tritt dort an die Stelle Alois Negrellis, des Generalinspektors der Kaiser Ferdinands-Nordbahn, welcher 1842 zu der Staatsbahn abging. Schon diese Stellvertretung bezeugt eine gewisse Wertschätzung Stummers im Eisenbahnbau. Mag sein, daß seine Beschäftigung in diesem Bereiche die Veranlassung war, daß er sich sehr stark für den konstruktiven Wert des Eisens interessierte, welches ja für den Hochbau eine große Bedeutung erreichen sollte. Der Eisenbahnbau war die Wiege des Eisenhochbaues geworden. Es ist verständlich, daß Stummer, als er im Jahre 1838 von der k. k. n.-ö. Landesregierung zum Mitglied der Stephansturmkommission ernannt wurde, gemeinsam mit Archi-
5 Vgl.: Reden, gehalten von Prof. J. Kolbe und stud, techn. Rudolf Berger bei der Enthüllung der PRECHTL-Büste an der k. k. Technischen Hochschule in Wien, am 11. Juni 1892.