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Die Enthüllungsfeier der Nikola TESLA-Büste
Verwandte Nikola Teslas, denn des Herrn Ministers Mutter war eine Schwester Teslas, und endlich meinen Dank an den großen Meister Ivan Mestrovic, dessen Kunstwerke die ganze Welt begeistern und der spontan sich selbst bereit erklärt hat, für die heutige Feier die Büste Nikola Teslas zu entwerfen, die Büste, die dann von der Jugoslawischen Regierung in Agram in Bronze umgesetzt wurde und die Herr Minister Kosanovic uns durch seine früheren Worte übergeben hat. — Die technische Bedeutung Nikola Teslas hat Herr Dr. Nagler wirklich meisterhaft geschildert und es ist dem, was er gesagt hat, von mir als Laien gewiß nichts hinzuzufügen. Ich kann in dieser Beziehung kaum ein Steinchen hinzufügen zu dem Bild dieses Geistesheros, dieses Umwälzers technischer Begriffe, dieses Grundlegers für verschiedene heutige, technische Selbstverständlichkeiten, die durch ihn selbstverständlich geworden sind, während sie vor seiner Zeit tief im Schoße der Natur als Geheimnisse geschlummert haben. Nikola Tesla war nicht nur, wie wir es aus den Ausführungen Dr. Naglers gehört haben, ein Genie des Geistes, er war auch ein Genie der Bescheidenheit, ein Genie der Selbstlosigkeit, ein Mann, der nur aus Idealismus gearbeitet hat, ein Mann, der keinen Geschäftsgeist besaß, ein Mann, der nicht einmal dafür gesorgt hat, daß in den technischen Nomenklaturen sein Name häufiger vorkommt, als es tatsächlich der Fall ist, ein Mann, der in seinem Alter in nahezu bitterer Armut gelebt hat, ein Mann, der in seinen letzten Jahren durch eine Pension, die ihm Jugoslawien ausgesetzt hat, gelebt hatte. Und gerade diese menschlichen Eigenschaften Nikola Teslas sind es, die ihn unserer österreichischen Seele besonders nahebringen und während wir heute hier zu seinem Lob, zu seiner Ehre versammelt sind, erleben und feiern in Jugoslawien zwei kleine Gemeinden in Gedanken mit uns, die Gemeinden Smiljan und Otavice. Die erstere, als Geburtsstätte Teslas, die zweite als Heimatort Mestrovic’. Ich werde mir gestatten, Seiner Exzellenz dem Herrn Minister zwei Ehrenurkunden zu übergeben, die ich ihn bitte, an ihre Plätze zu befördern und ich hoffe, daß diese Urkunden in den Gemeindestuben dieser beiden Orte Zeugnis ablegen werden für den Ruhm ihrer Söhne in der großen und fernen Welt.
In unserer zerrütteten Gegenwart, zerrissen und gespalten durch die Machtansprüche, durch die Verteidigungsnotwendigkeiten weltweit divergierender Ideologien, ist es, als ob uns durch Tage, wie den heutigen, ein Leuchtfeuer auftauchen würde, so wie sie hie und dort, ab und zu aufflammen, um uns eine bessere Zukunft zu verheißen, eine Zukunft, in der die Macht des Geistes die dunklen Mächte des Materialismus überwunden und zu einer guten Entwicklung der Menschheit in der fernen Zeit führen werden. (Anhaltender Applaus.) In diesem Sinne, meine sehr Geehrten, bitte ich nun Se. Exzellenz, das Bild Nikola Teslas zu enthüllen. Ich übernehme diese Büste in die Obhut meines Ministeriums und ich bitte die Direktion des Technischen Museums, diese Obhut auszuüben.
Nikola Tesla, wir grüßen Dich!“