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Erich Kurzel-Runtscheiner
Teppiche“. 11 Im zweiten berichtet I.)r. Ignaz Schlosser über „Venezianer Gläser“, 12 von denen das üsterr. Museum für angewandte Kunst eine größere Zahl besonders wertvoller Prototype aus dem 15. und 16. Jahrhundert besitzt. Das dritte dieser Hefte schildert in Wort und Bild „Wiener Porzellan aus der Manufaktur du Paquiers (1718—1744)“, 13 es ist dies eine Arbeit über die Anfänge des europäischen Porzellans, die Dr. Wilhelm Mrazek verfaßte. Dem Thema „österreichische Skulptur durch die Jahrhunderte“ 14 ist ein reichbebilderter Band gewidmet, den die Actien-Gesellschaft der Vöslauer Kammgarn-Fabrik an ihre Freunde versandte, um sie dazu anzuregen, „unsere Heimat oft zu besuchen und die Schönheit ihrer unsterblichen Kunst zu genießen“.
Wenden wir uns nun dem Typus der firmengeschichtlichen Darstellungen und der Firmenjubiläumsschriften zu, wobei auf die folgenden hingewiesen und ihr Inhalt kurz skizziert sein möge:
Anfang dieses Jahres erschien im Verlag für Geschichte und Politik, Wien, das von Dr. Maja Löhr, die wir durch ihre vorzüglichen Arbeiten zur Geschichte des innerösterreichischen Eisenwesens kennen, verfaßte Buch „Thörl — Geschichte eines steirischen Eisenwerkes vom 14. Jahrhundert bis zur Gegenwart“. 15 Die Autorin berichtet, daß Thörl, das zu den ältesten Eisenhütten der Steiermark gehört, seit es im 14. Jahrhundert in das Licht der Geschichte tritt, aus einem wassergetriebenen Rauheisenhammer Schritt für Schritt zu einem weit ausgebreiteten neuzeitlichen Eisenwerk wurde, dessen Eisendrahterzeugung weltbekannt ist. Die erste Blüte Thörls fällt in die Zeit der Kaiser Friedrich III. und Maximilian I.; bei der schöpferischen Wehrerneuerung des letztgenannten wurde Thörl durch Leistung der kaiserlichen Büchsenschmiede aus der Familie der Pögel die Erzeugungsstätte der geschmiedeten Feuerwaffen aller Kaliber. Seit 1805 besitzen die Nachfahren des Gewerken Vinzenz Pengg die Werke in Thörl und führten sie, insbesondere seit Beginn dieses Jahrhunderts, zu neuer Blüte empor. Der Text ist von zahlreichen Kunstdrucktafeln nach Vorlagen alter, neuer und neuester Zeit begleitet. Diese gründliche Arbeit wird sicher großes Interesse in den Kreisen der eisenschaffenden Industrie und der Historiker aller Fachrichtungen erwecken: denn bisnun war die Geschichte Thörls im Dunkeln.
Die hundertjährige Geschichte der Siegendorfer Zuckerfabrik (1852—1952), 16 eine Gründung der Familien Paztenhofer und Rothermann, wird in einem reichbebilderten stattlichen Band geschildert. Er berichtet nicht nur über diese burgen-
11 Siegfried Troll: „Altorientalische Teppiche“, Österreichisches Museum für angewandte Kunst, Wien 1951.
12 Ignaz Schlosser: „Venezianer Gläser“, Österreichisches Museum für angewandte Kunst, Wien 1951.
13 Wilhelm Mrazek: „Wiener Porzellan aus der Manufaktur Du Paquiers (1718 bis 1744)“, Österreichisches Museum für angewandte Kunst, Wien 1952.
14 „Österreichische Skulptur durch die Jahrhunderte“, herausgegeben von der Actien- Gesellschaft der Vöslauer Kammgarn-Fabrik, Bad Vöslau.
15 Maja Loehr: „Thörl — Geschichte eines steirischen Eisenwerkes vom vierzehnten Jahrhundert bis zur Gegenwart“, Wien 1952.
16 „Siegendorfer Zuckerfabrik Conrad Patzenhofer’s Söhne 1852—1952“, Siegendorf 1952.