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Erich Kurzel-Runtscieeiner
und Auslandes einbaufertig geliefert. Auch wurden im Jahr 1951 in Bayern und im Elsaß Erzeugungsstätten für Hoerbiger-Ventile in Betrieb genommen sowie durch die Schwiegertochter des Erfinders geführte Verhandlungen erfolgreich beendet, auf Grund welcher in Südafrika eine Hoerhiger-Fabrik errichtet werden wird. Hanns Hoerbiger war aber nicht bloß ein genialer Maschinenbauer, Konstrukteur und Erfinder; er ist auch der Schöpfer der „Welteislehre“, in der er seine auf den Gebieten der Wärmetechnologie des Wassers in allen Zustandsformen — Eis, Flüssigkeit, Dampf — gewonnenen Erfahrungen auf den gesamten Kosmos übertrug. Hanns Hoerbiger nannte seine Weltbildungslehre auch „Kosinotechnik“. Sie wirkte in ihrer Einfachheit und durch die scheinbare Möglichkeit, in einer einzigen großen Schau — wie einst durch die Naturphilosophie — alles und jedes zu erklären, auf die Menschen der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts geradezu faszinierend. Einzelheiten der Welteislehre Hoerbigers wurden inzwischen durch die neuentstandenen Anschauungen über die Atomstruktur sowie durch astrophysikalische und Radarmessungen widerlegt. Jedenfalls aber hat sie Ausblicke eröffnet, die den astronomischen und geophysikalischen Gesichtskreis erweiterten und viele neue Erkenntnisse anbahnten.
Über ein halbes Jahrhundert kommunaler Elektrizitätsversorgung einer Großstadt berichtet die mit vielen Abbildungen, Diagrammen und Kartenskizzen ausgestattete „Festschrift zum fünfzigjährigen Bestand der stadteigenen Elektrizitätswerke Wien“, 22 der am 8. April 1952 gefeiert werden konnte. Die beispielgebende Entwicklung zur Selbstversorgung ging vom Bürgermeister Dr. Karl Lueger aus; sie hat sich bestens bewährt und wurde seither oftmals von anderen Großstädten nachgeahmt. Heute versorgt die kommunale Elektrolieferung Wiens über 620.500 Wohnungen, 145.500 Gewerbetreibende, 2200 Industrien und 3400 landwirtschaftliche Unternehmungen mit Licht und Kraftstrom. Sie wurde zu einem tragenden Pfeiler, auf dem die Bequemlichkeit (1er Haushalte und das wirtschaftliche Leben der Bundeshauptstadt beruht. Eine künstlerisch schöne und wohldurchdachte Sonderschau wurde der Entwicklung, dem gegenwärtigen Zustand und den Zukunftsplänen der Wiener Städtischen Elektrizitätswerke aus diesem Anlaß gerecht.
Der Wortlaut (1er Reden, die während eines Festaktes gehalten wurden, der im Februar 1949 in Treibach aus Anlaß des 90. Geburtstags des Gründers der Treibacher Chemischen Werke, Dr. Carl Freiherr Auer von Welsbach, und des fünfzigjährigen Bestehens der Chemischen Industrie in Treibach stattfand, ist zum Inhalt einer Festschrift 23 geworden. Sie enthält viele wertvolle Angaben über den Gründer des Unternehmens sowie über dessen Entstehen und Aufstieg, den auch das Geschehen des Jahres 1945 für nur kurze Zeit unterbrechen konnte.
„Der neue Semmeringtunnel, der größte Investitionsbau der Nachkriegszeit“ 24
22 „Festschrift zum fünfzigjährigen Bestand der stadteigenen Elektrizitätswerke Wiens, 8. April 1952“, im Eigenverlag herausgegeben von den Wiener Stadtwerken — Elektrizitätswerken, Wien 1952.
23 ,,50 Jahre chemische Industrie in Treibach 1898—1948“, Treibach (Kärnten) 1949.
24 „Der neue Semmeringtunnel, der größte Investitionsbau der Nachkriegszeit“, Sonderheft der Zeitschrift „Eisenbahn“, Wien 1952.