Aufsatz 
Die Entwicklung des Hydrographischen Dienstes in Österreich von 1893 bis 1953 / von Egbert Salcher
Entstehung
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Egbert Salcher

Dep. XI a bearbeitet, XI b bildete die Studienabteilung, XI c befaßte sich mit dem Wasserkraftwesen samt Kataster, XI d hatte die Wasserversorgung und Ent­wässerung von Ortschaften und Städten zu behandeln. Die Anzahl der Mitarbeiter stieg von ursprünglich sechs im ersten Jahre 1893 auf 59 darunter 27 Aka­demiker bis Ende 1909, als Lauda das HZB verließ, um die Leitung der Wasser­bausektion zu übernehmen. K. k. Sektionschef Dr. h. c. Ernst Ritter von Lauda Ehrendoktor der Wiener Technischen Hochschule und 1917 geadelt brachte den HD auf eine international anerkannte Höhe, deren Nachwirkungen zwei Weltkriege nicht zu verwischen vermochten. Im Alter von 73 Jahren verschied er 1932 in Wien.

Das HZB mit den vier Abteilungen nahm an Umfang und Bedeutung immer mehr zu; 1912 war der Personalstand auf über 90 Angestellte angestiegen, worunter sich 35 Akademiker befanden; die Geschäftsgruppe selbst war nunmehr unter ihrem dritten Leiter, k. k. Sektionschef Richard Siedek, organisatorisch einer Sektion gleichgestellt. Mit Ausbruch des ersten Weltkrieges veränderten sich die Verhältnisse vorerst nur allmählich, dann aber in immer jäherem Maße zum Schlechteren; der Höhepunkt war überschritten, die Tätigkeit des HD schränkte sich notgedrungen immer mehr ein, bis 1918 der Zerfall der Monarchie den HD vor ganz neue Aufgaben stellte. Siedek, Verfasser und Bearbeiter vieler hydro­graphischer Werke von grundlegender Bedeutung, geleitete das HZB noch in das neue, nun empfindlich eingeengte Fahrwasser. Ende 1918 zog er sich nach 25jähriger Tätigkeit im HZB aus dem aktiven Dienst zurück; 1948 starb er in AVien im 89. Lebensjahr. Das Zeitalter der drei großen Organisatoren und För­derer des HD: Iszkowski, Lauda und Siedek war abgelaufen.

Für das HZB begann eine neue, schon recht mühevolle und entbehrungsreiche Zelt. Der Umfang des hydrographisch zu betreuenden Gebietes war auf ein Drittel reduziert, die Anzahl der Mitarbeiter hingegen auf ein Achtel des alten Standes. Darüber hinaus begannen in einer Zeit, als infolge des plötzlich ein­setzenden Kohlenmangels dem raschen Ausbau der Wasserkräfte eine besondere Aktualität zukam, in bedrückendstem Ausmaß die Kreditsorgen, die sich bis zu einem fünf Jahre andauernden Aerbot jeder Drucklegung, sogar der Jahrbücher, steigerte. Nach sechs Jahren wechselvoller Vorgänge war das HZB auf eine einzige Abteilung im Handelsministerium, ab 1925 im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft zusammengeschmolzen. Geld- und Personalmangel lähmten vielfach die Tätigkeit des HZB, das seine Aufgaben nur mehr einge­schränkt und zur Not erfüllen konnte. AA 7 ährend der sieben Jahre deutscher A T er- waltung fielen zwar der Geld- und Personalmangel zunächst fort, dafür hinderte der Ausbruch des zweiten AA 7 eltkrieges nunmehr wieder jegliche Entfaltung. Nachteilig wirkte sich auch die dreifache Aufspaltung des hydrographischen Dienstes, der ein festes Gefüge gebildet hatte, in ein Amt für Gewässerkunde und eine A\ 7 asserwirtschaftsstelle für das untere Donaugebiet und die Abtrennung der Niederschlagsbeobachtungen an den Reichswetterdienst aus.

Zur Zeit der Wiedererrichtung des österreichischen Bundesgebietes das HZB wurde mit 20. Juli 1945 als Abteilung 12 wieder dem Bundesministerium (da-