Aufsatz 
Die Entwicklung des wasserbaulichen Versuchswesens : zum 40jährigen Bestand der Bundesversuchsanstalt für Wasserbau in Wien / von Rudolf Ehrenberger
Entstehung
Seite
17
Einzelbild herunterladen

Die Entwicklung des wasserbaulichen Versuchswesens

17

sei noch erwähnt, daß manche Laboratorien auch über Außenstationen (im Freien) verfügen, in denen jene Versuche zur Durchführung gelangen, die infolge ihrer räumlichen Ausdehnung in den geschlossenen Versuchshallen nicht mehr genügend Platz haben. Diese Freiluftanlagen haben zwar den großen Vorteil, daß den Modellen größere Maßstäbe zugrunde gelegt wefden können, aber gleich­zeitig die mit den Witterungseinflüssen verbundenen Nachteile (Wind, Regen, Kälte).

Das Arbeitsgebiet der Wasserbaulaboratorien läßt sich im großen und ganzen in zwei Gruppen gliedern: 1. wissenschaftliche Forschungstätigkeit und 2. Unter-

Bild 2. Teilungswerk an der Triesting.

I - - *

"X

Wm

suchungen, betreffend die Aufgaben des praktischen Wasserbaues. Da unsere Er­kenntnisse auf dem Gebiet der Hydraulik bzw. des Wasserbaues im allgemeinen in letzter Linie auf direkte Beobachtungen der Naturvorgänge zurückgehen, deren Gesetzmäßigkeiten vom Theoretiker in mathematische Formeln gekleidet wer­den, ist es leicht einzusehen, daß dem exakten Versuch im Laboratorium großer Wert zukommen muß. Mit Hilfe feinster Meßgeräte ist man in der Lage, die maßgeblichen Ausgangswerte, wie sekdl. Wassermengen, Tiefen, Gefälle, Ge­schwindigkeiten usw., mit großer Schärfe festzulegen, was hei den Beobachtungen in der Natur nicht immer der Fall ist. Ein weiterer Vorteil des wissenschaftlichen wasserbaulichen Versuches ist darin zu erblicken, daß, wie bereits früher er­wähnt, hiebei störende Nebeneinflüsse, die mit der gestellten Aufgabe in keinem ursächlichen Zusammenhang stehen, ausgeschaltet werden können, oder daß der summarische Einfluß mehrerer gleichzeitig auftretender Einflüsse ge­trennt untersucht und dadurch der theoretischen Behandlung leichter zugänglich