Aufsatz 
Die Entwicklung des wasserbaulichen Versuchswesens : zum 40jährigen Bestand der Bundesversuchsanstalt für Wasserbau in Wien / von Rudolf Ehrenberger
Entstehung
Seite
19
Einzelbild herunterladen

Die Entwicklung des wasserbaulichen Versuchswesens

19

im letzteren von Heyn OLDSScher Ähnlichkeit. Mit Hilfe (1er Ähnlichkeitsgesetze ist man dann in der I^age, die Modelhverte der Geschwindigkeiten, Wassermengen, Zeiten, Kräfte, Energien usw. auf die Naturverhältnisse zu übertragen. Selbst­verständlich ist die Anwendbarkeit der Ähnlichkeitsgesetze an die Einhaltung gewisser theoretischer Voraussetzungen gebunden, durch welche die Grenzen der Übertragbarkeit festgelegt sind. Eine der wuchtigsten Voraussetzungen zur Er­reichung mechanischer Ähnlichkeit ist die folgende: In der Natur und im Modell müssen jeweils die gleiche Strömungsart (turbulent oder laminar) sowie die gleiche Strömungsgröße (strömend oder schießend) vorhanden sein. Es ist daher

_V-

Bild 3. Wehr der Salzburger Aluminium A. G. (Rauris).

leicht einzusehen, daß Modellversuche nicht unter allen Umständen mit Aussicht auf Erfolg durchgeführt werden können. Würde z. B. durch die Kleinheit des dem Modell zugrunde zu legenden Maßstabes, welch letzterer wieder durch die Abmessungen des Versuchsraumes und die zur Verfügung stehende Wassermenge bedingt ist, im Modell bereits laminare Strömung auf treten, während in der Natur turbulente herrscht, so könnte der Modellversuch in diesem Fall nicht zu richtigen Ergebnissen führen.

Bei Modellversuchen mit beweglicher Sohle, z. B. bei Kolkuntersuchungen, ersetzt man infolge der Schwierigkeit, das Geschiebegemisch des Flußbettes geo­metrisch ähnlich nachzubilden, dieses zumeist durch gleichförmigen Sand oder Kies von bestimmter Korngröße (bei reinen flußbaulichen Modellversuchen in neuerer Zeit durch den spezifisch leichteren Kohlengrus). Dies hat zur Folge, daß die Ergebnisse in solchen Fällen im allgemeinen nur qualitativ und nicht quantitativ zu werten sind. Es ist jedoch ohne weiteres einzusehen, daß auch rein qualitative Ergebnisse für den entwerfenden Wasserbauingenieur von größtem Werte sind.