Zur Geschichte des hydrometrischen Meßwesens
33
multipliziert mit dem Cosinus jenes Winkels setzen, den die Tafel jeweils mit der Normalen zur Strömungsrichtung einnimmt.
Das von den alten Hydraulikern, besonders von den Italienern am meisten verwendete, freilich auch ungenaueste Gerät zur Geschwindigkeitsmessung aber warder sogenannte Stromquadrant: eine ins Wasser untertauchende Kugel, aufgehängt an einer möglichst dünnen gewachsten Schnur, die an einem Eckpunkte eines vertikal gehaltenen, hölzernen Kähmens befestigt ist. Aus dem Abweichungs-
Bild 4. Ältere hydraulische Meßgeräte: Stab des Cabeo, PlTOTsche Röhre, Strompendel bzw. Stromquadrant.
Winkel des Fadens, der an einer Teilung ablesbar ist, wird auf die Strömungsgeschwindigkeit geschlossen (Bild 4, Fig. 18, 19).
Setzt man das Gewicht der Kugel unter Wasser = q, dann ergibt sich die Kraft, welche die Kugel forttreibt, zu W = q . tg a\ diese Kraft kann angenähert dem Quadrate der Wassergeschwindigkeit proportional gesetzt werden, so daß gilt:
v 2 :v' 2 = q- tga:q tg od
oder
Ist daher bei einer bestimmten Kugel der Zusammenhang von a und v für eine oder mehrere Werte der Wassergeschwindigkeit durch Eichung bekannt (z. B. mittels Schwimmermessung), so läßt sich mittels vorstehender Proportion die zu jedem anderen Neigungswinkel gehörige Wassergeschwindigkeit finden. Die Ableitung ist auch rein theoretisch möglich, wenngleich erheblich verwickelter, als man es sich damals dachte.
Fnter den verschiedenen weiteren Geräten, die noch ersonnen wurden, verdient der „Tachometer“ des Deutsch-Holländers Brüning Erwähnung, hauptsächlich