Zur Geschichte des hydrometrischen Meßwesens
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Wichtiger in unserem Zusammenhang ist aber jene ebenfalls schon von Leopold angegebene Form dieses (ierilt.es, in der es unmittelbar als Geschwindigkeitsmesser dient. Eytelwein beschreibt es in seinem 1801 erschienenen Handbuch der Hydraulik auf Seite 455, § 279, wie folgt:
„Man kann diesem Rädchen einen Durchmesser von etwa 18 bis 24 Zoll gehen und an der stählernen Achse desselben eine Schraube ohne Ende anbringen, welche in ein kleines Rädchen von etwa 30 Zähnen eingreift, so daß hei jeder Umdrehung des Schaufelrades ein Zahn des kleinen Rades fortgeschoben wird. Ist alles leicht und gut gearbeitet, so daß die Reihung mög-
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Bild 6. Ältere hydraulische Meßgeräte: LEUPOLDsches Wasserrad.
liehst vermindert ist, so erhält man hiedurch ein leichtes Mittel, die Umdrehungen des Rades zu zählen, was sonst hei einigermaßen beträchtlichen Geschwindigkeiten schwer hält.
Beobachtet man nun die Zahl der Umläufe des Rades mittels eines Sekundenpendels während einiger Minuten und nimmt an, wie es mit Beiseitesetzung der Reibung geschehen kann, daß die Geschwindigkeit des Schwerpunkts der eingetauchten Schaufel der Geschwindigkeit des Wassers gleich sei, so erhält man die Geschwindigkeit des Wassers, wenn die Peripherie des Rades für den Schwerpunkt der eingetauchten Schaufeln mit der Anzahl der Umdrehungen multipliziert und durch die Anzahl der beobachteten Sekunden dividiert wird.“
Genau genommen bleibt die Umfangsgeschwindigkeit des Rädchens natürlich stets etwas hinter der des Wassers zurück. Seine Verwendbarkeit beschränkt sich überdies, wie schon angedeutet, auf Oberflächenmessungen, und auch solche konnten damit kaum an natürlichen Bächen und Flüssen, sondern wohl nur an Kanälen, Mühlgerinnen und -fludern vorgenommen werden. Nachweisbar haben aber italienische Hydrauliker es verwendet, besonders hat Michelotti (der Vater) in seinem hydraulischen Observatorium bei Turin um 1770 damit experi-