Zur (Jeschichte ties hydrometrischen Meßwesens
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und (laß er schließlich den oft harten Beanspruchungen im praktischen Meßdienst hei den verschiedensten Geschwindigkeiten dank seiner Dauerhaftigkeit gewachsen sei.
Die Anwendung des hydrometrischen Flügels zur Abflußmessung setzt voraus, daß es möglich sei, aus der Kenntnis der örtlichen Wassergeschwindigkeiten an einer gewissen — möglichst großen — Zahl von einzelnen Punkten des benetzten Querschnitts die wahre Gestalt jenes Wasserkörpers zu ermitteln, der dem in
Bild 11. Messung mit Torpedoflügel von einer Holzbrücke aus.
einer Sekunde abfließenden Wasserquantum entspricht. Diese Voraussetzung ist natürlich nicht genau erfüllt, da zwischen den durch Messung erhaltenen Geschwindigkeitswerten eine stetige Ausgleichskurve oder -fläche nicht ohne gewisse Willkür eingelegt werden kann. Das Punktverfahren ist auch recht zeitraubend und an manchen Gewässern, besonders an den reißenden Alpenflüssen manchmal überhaupt kaum möglich. Bei ihrer grobblockigen Sohle ist hier bei höheren Wasserständen schon die Aufnahme eines Querprofils oder eine einigermaßen exakte Austeilung der Flügelmeßpunkte fast undurchführbar, geschweige denn die Messung selbst, da die Geräte der Wucht des Wasserdruckes oder dem Anprall von Treibholz nicht ausgesetzt werden können.
Es hat daher nicht an Versuchen gefehlt, grundsätzlich andere Methoden zur Abflußmessung zu verwenden, die den Umweg über die Geschwindigkeitsmessung vermeiden und unmittelbar die sekundliche Abflußmenge ergeben.
Solche Verfahren wurden vor allem in der Richtung entwickelt, daß dem zu messenden Gewässer eine andere Flüssigkeit von genau bekannter Sekundenmenge beigegeben wird und daß dann aus der Verdünnung, die diese im Wasser erleidet, auf die sekundliche Abflußmenge des Gewässers selbst geschlossen wird. Diese