12
Franz Wallack.
Gebiet verlief, ging verloren. Das 156 km lange verkehrslose Intervall im Alpenhauptkamm zwischen Brennerpaß und Radstädter Tauernpaß sollte daher auf österreichischem Gebiet durch einen neuen Straßenzug duchstoßen werden, der möglichst weit im Westen lag. So konnte zwischen den nördlich und südlich der Alpen liegenden Bundesländern eine neue Verbindung hergestellt und darüber hinaus eine Nord-Süd-Straßenroute quer durch Österreich geschaffen werden, die von den Niederungen an der Donau in die oberitalienische Tiefebene führen sollte. Die Idee dieser Straßenführung enthielt verkehrstechnisch eine große Werbe-
Bild 5. Auffahrt zur Franz .Tosefs-Höhe (Südrampe).
'.«V £
ISsS'.,
mm
Wirkung; verstärkt wurde die Werbekraft dieser Idee noch dadurch, daß die Straße die Hauptkette der Ostalpen an ihrer schönsten Stelle, in unmittelbarer Nähe ihrer höchsten Erhebung, dem Großglockner, überqueren sollte. Die Mittel zur Verwirklichung dieses Straßenbauprojektes schienen jedoch unaufbringlich zu sein.
Da kamen zwei Momente dem Projekt zugute: Das große Projekt des Tauernkraftwerkes der A. E. G. Berlin und die immer größeren Umfang annehmende Arbeitslosigkeit in Österreich. Das Tauernkraftwerkprojekt verlangte den Ausbau von Zubringer-Werkstraßen, die Verringerung der Arbeitslosigkeit die Schaffung von neuen Arbeitsmöglichkeiten. Der ehemalige Finanzminister Dr. Otto Juch und der Landeshauptmann von Salzburg Dr. Franz Rehrl regten die Bauinangriffnahme der Großglockner-Hochalpenstraße als Zubringerstraße zu den südlichen Baustellen des Tauernkraftwerkes an und es gelang diesen beiden Männern, die Finanzierung dieses Straßenbaues — wenn auch in vorerst bescheidenem Umfang — zu erreichen.