Präzisions-Zeitmessung in der Vor-HuYGENSSchen Periode.
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nicht in größerem Umfang verwendet worden war und dadurch in Vergessenheit geraten ist.
So kann mit Gewißheit der Schluß gezogen werden, daß Burgis mysteriöser Fortschritt in der Erhöhung der Ganggenauigkeit von Uhren für astronomische Beobachtungen dem Kreuzschlag zu verdanken ist.
Wie im Schreiben an Tycho Brahe (4) vermerkt, ist es Burgi gelungen, mit seinem neuen Gangsystem die Fehlweisung auf die Abweichung von weniger als
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Photo: Kunsthistorisches Museum, Wien.
Bild 12. Einsicht in das Uhrwerk der Wiener Bergkristalluhr (Bild 5) von oben nach Entfernung des rotierenden Globus; durch die Öffnung des Äquatorringes sind Teile des Steigrades und des Kupplungshebelsystems sichtbar.
Photo: Kunsthistorisches Museum, Wien.
Bild 13. Unterseite des Uhrwerkes der Bergkristalluhr Bild 5. Die kleine Trommel enthält die Remontoirfeder. Die zwei großen Trommeln gehören für das Stunden- und Viertelstunden-Schlagwerk; beide sind mit Schnecken ausgerüstet, um gleichmäßigen Schlagrhythmus während der ganzen Uhr-Laufzeit zu sichern.
eine Minute pro Tag zu reduzieren. Um jedoch Burgis Fortschritt voll zu würdigen, muß dies mit der früher erhaltenen Zeitmeßgenauigkeit verglichen w r erden. Wir besitzen keinen den Aufzeichnungen des Landgrafen entsprechenden Bericht über die alteren Uhren, welche die Wagen oder Foliots mit oder ohne Amplitudenbegrenzung besaßen. Doch ist man unschwer in der Lage, sich von der Arbeitsweise solcher Systeme zu überzeugen. Man muß hiezu eine derartige alte Uhr in arbeitsgängig guten Stand bringen und hierauf die täglichen Fehlweisungen über einige Zeit hindurch registrieren. Dabei ward man immer wieder überrascht über das unregelmäßige Aufeinanderfolgen von plötzlichen großen Gangveränderungen und einigermaßen gleichmäßiger Arbeitsperioden.
Tabelle 3 gibt eine Übersicht über die täglichen Abweichungen, die von den verschiedenen aperiodischen Systemen zu envarten sind, zusammen mit Ver-