Präzisions-Zeitmessung in der Vor-HUYGENSschen Periode.
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die Bremsung setzt ein. Sind die Verbindungshebel zu den Massen entsprechend lang und biegsam, dann vermeidet das Kreuzschlagsystem einen harten und plötzlichen Stoß. Der Druck auf den Zahn des Steigrades entspricht der Abbremsung der Schwerpunkte wie C und C' der Massen A und A'. Dabei wird deren kinetische Energie in potentielle Energie elastischer Verformung der Hebelarme verwandelt. Nachdem die Geschwindigkeit in 4 auf Null gesunken ist. werden die Massen zufolge der Hebelverformung eine Rückwärtsbeschleunigung
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Bild 14. Schaubild zur Erläuterung der Wirkungsweise des Kreuzschlages. Zu bemerken ist die Durchbiegung in den Extremstellungen, wie sie nach dem Durchgang
im Spindellappeneingriff erfolgen.
erfahren, derart, daß sie in 3 bereits angenähert dieselbe Geschwindigkeit erreicht haben wie im Augenblick des Anschlages, jedoch in der entgegengesetzten Richtung. Der Geschwindigkeitsunterschied wird dem im Bereich des Winkels y erlittenen Informationsverlust entsprechen. Nachdem es sich um eine elastische Deformation handelt, wird der Geschwindigkeitsunterschied klein sein. Der Stellungsunterschied zwischen 3 und 4 ist in Bild 14 der Deutlichkeit wegen übertrieben groß gezeichnet; in Wirklichkeit ist derselbe gering. So entsteht zufolge der Durchbiegung der Hebel ähnliche Wirkung wie beim Anschlägen gegen Borsten, die so angeordnet sind, daß der Borstenanschlag zeitlich mit dem Eingriff des nachfolgenden IWippens zusammenfällt. Der Kreuzschlag arbeitet aber wesentlich exakter als ein Borstensystem, aus folgenden Gründen:
1. die Energierückgewinnung bei jeder Richtungsumkehr wird durch die elastischen Eigenschaften der metallischen Kreuzschlaghebel geregelt und nicht durch die organischen Borsten bestimmt; sie ist daher höher und viel gleichmäßiger, weil die Elastizität von Borsten durch die Einflüsse der Umgebung und Alterung sehr stark variiert.