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Hans v. Bertele.
2. Die Umkehr (lauer in (len Endstellungen ist kürzer als bei Borsten. Außerdem ist sie nicht den Veränderungen unterworfen, die sich hei Borstenregulierung in Abhängigkeit der relativen Stellung des Borstenanschlagmomentes zum nachfolgenden Lappenanschlagsmoment ergeben.
3. Die Oszillation erfolgt symmetrisch in beiden Hälften, unabhängig von der tatsächlichen Periodenlänge, welche durch die Größe des angewandten Treibmomentes bestimmt ist. Borstenregelung aber bedingt eine starke Ungleichmäßigkeit, da die Borsten bei verschiedenen Kontrollhebelstellungen meist ungleichen Abstandswinkel zu den Schwingungsmittellinien einnehmen.
4. Die Biegsamkeit der Kreuzschlagarme vermittelt nicht nur Energierückgewinnung, sondern vermindert bedeutend auch den Verschleiß, der bei starren Foliots und Wagen unvermeidlich ist. Als Folge davon können Kreuzschlaguhren länger in gutem Zustand bleiben und gleichmäßiger gehen als die früheren Bauarten.
5. Zufolge Verwendung von zwei gesonderten, nur durch die beiden Stifträder t’ und t" gekuppelten Spindeln mit nur je einem Lappen ist eine wesentlich genauere Einstellung der Freigabe und Eingriffswinkel möglich; überdies gestattet dies den freien Bogen zwischen 2 und 3 in Bild 14 gerade nur so groß einzustellen, daß der Zahn etwas über den Lappenwendepunkt hinausgelangt, so daß ein Steckenbleiben mit Sicherheit verhindert wird. Die Vergrößerung von Lappen und Steigradzähnen in der rechten Ecke von Bild 8 zeigt, wie die Innenseite der Räder abgeschrägt ist, um Eingriff über die gewünschte Zeitspanne sicherzustellen.
6. Die Ausbildung der Massen an den Hebelenden mit verhältnismäßig großen Oberflächen verursacht einen zusätzlichen Luftwiderstand, der den Verlauf des Spiels der Kreuzschlagarme mitbestimmt. Da der Luftwiderstand weniger umgebungsabhängig ist als die Zapfenreibung, so wird auf diese Weise der Einfluß von Lufttemperatur- oder Feuchtigkeitsveränderungen auf die Lagerreibung und damit auf den Bewegungsverlauf verringert und damit Gangveränderungen geringer als es unter sonst gleichen Verhältnissen bei Foliots oder AVagen zu erwarten wäre.
Die Wirkungsweise des Kreuzschlages wird am einfachsten am zeitlichen Verlauf der charakteristischen mechanischen Größen verfolgt. Tn Bild 15 sind hiezu Steigradfortschritt, Wagausschlag, Wagspindel, Winkelgeschwindigkeit und am Lappen angreifendes Moment dargestellt. Energierückgabe ist in Bild 15 momentan und 100°/oig angenommen,* so daß sich eine Sägezahnkurve mit gleich- schenkeligem Zahnschnitt ergibt, wobei dann die sich im stationären Betrieb einstellende Winkelgeschwindigkeit a> dem Gleichgewicht zwischen Treibmoment M und den Reibungsverlusten entspricht. Im Hinblick auf die Möglichkeit, jeden der beiden Lappen unabhängig für sich zu justieren, ist es möglich, mit einem sehr kleinen freien Bogen ( f p — <5) zu arbeiten (die Strecke 1^2 im Diagramm Bild 15 ist aus Anschaulichkeitsgründen übertrieben groß gezeigt). Als Folge davon verschwindet der Rückfall fast vollständig, so daß der Steig-
* Nicht als Wirkungsgrad zu verstehen.