58
Franz Kirnbauer.
Man vermag deshalb noch heute zu verstehen, daß seine Zeitgenossen an ihm „eine bewunderungswürdige und beinahe göttliche Beredsamkeit“ lobten. Dabei verfügt er über eine Fülle von berg- und hüttentechnischen Kenntnissen. Auch in der Geschichte des Bergbaus und Hüttenwesens ist er beschlagen. Das mußte bei Mathesius natürlich der Fall sein, denn seine Zuhörer waren alle Fachleute, die ihrem Prediger genau nachprüften, was er ihnen aus ihrem eigensten Gebiet mitteilte. Über die Vielseitigkeit seiner Predigten unterrichtet schon ein Blick auf die ersten Blätter der „Sarepta“, wo eine kurze Inhaltsangabe jeder einzelnen steht. Es werden nur einige Themen herausgegriffen. Es handeln z. B. die
Libanon
Sarepta
Bild 8. Landkarte Südeuropas und des Vorderen Orients mit Darstellung (1er biblischen
Bergstädte Sarepta und Philippi.
1. Predigt von der alten Bergstadt Sarepta im gelobten Land, daß das Bergwerk ein gnädiger Segen und gute Gabe Gottes ist und Bergleute in einem seligen Stande stehen (entstanden 1554);
2. Predigt von Beginn und Ausbreitung der Bergwerke, welches die ältesten Bergleute gewesen, und wie sich christliche Bergleute halten sollen (1554);
3. Predigt vom Ursprung und Abnehmen der Metalle und mineralischen Bergarten und Erzen, daß Gott der rechte Erzmacher sei, wie ein Bergmann in bergläufiger Weise schürfen und bauen und in allerlei Bergfällen und -händeln sich christlich und ehrbarlich richten und verhandeln solle (1555);
4. Predigt „Vom Golde“ (1556);
5. Predigt „Vom gültigen Silber und Agstein“ (Bernstein) (1556);
6. Predigt vom Silber und dem ganzen Prozeß vom Silberbergwerk (1556); Schlange (1557);
7. Predigt vom Kupfer und Kupferbergwerk samt Erklärung Mosis kupferner Schlange (1557);
8. Predigt von Art und Eigenschaft des Eisens, wo und wie man Eisenstein gräbt, reimet und zu Gut macht;
und gleichnussen offtmals erkleret, auch hat er seine Propheten und Apostel in die Bergstedt verordnet und den Bergkleuten zu Sarepta und Philippi inen eine ewige Kirche samlen lassen“.