Aufsatz 
Johannes Mathesius und der Bergbau : zur 450. Wiederkehr seines Geburtstages / von Franz Kirnbauer
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Johannes Mathesius und der Bergbau.

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braucht, vor. Der Bergmann mußalle stund und augenblick zum seligen Ab­schied gerüst seyn. In fleißigem Gebete wird er sich zu Beginn der Arbeitsschicht immer von neuem seines Gottes versichern:Drumb sol ein Bergkmann / wenn er einfahren wil / das Vater unser je so wenig vergessen / als seines grubenliechts und fewer gezaws. Und in einer späteren Predigt wird derselbe Gedanke erneut

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Photo: Nationalbibliothek, Wien.

Bild 14. Berggebet aus derSarepta (1562).

eingeschärft:Drumb wie ein rechter Bergkmann one liecht / fewerzeug und compast nicht einferet / also sol ein jeder christliche Bergkmann seinen Catechis- mum in hutzen (seiner Provianttasche) und seiner unschlittaschen (Unschlitt = Talg für Grubenlicht) mit sich füren. Recht drastisch wirkt, wie Mathesius die Bestrafung der Sünder im jenseitigen Leben aufbergkleuffige Weise seinen Bergknappen ausmalt:Es ist zu besorgen / daß alle die so Gottes Goldt miß­brauchen und zu sünd und schandt durchdringen / den wirdt man solch zurlassen (zerlassenes oder geschmolzenes) Goldt in der helle (Hölle) in ihren schlund giessen.