Johannes Mathesius und der Bergbau.
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braucht, vor. Der Bergmann muß „alle stund und augenblick zum seligen Abschied gerüst seyn“. In fleißigem Gebete wird er sich zu Beginn der Arbeitsschicht immer von neuem seines Gottes versichern: „Drumb sol ein Bergkmann / wenn er einfahren wil / das Vater unser je so wenig vergessen / als seines grubenliechts und fewer gezaws.“ Und in einer späteren Predigt wird derselbe Gedanke erneut
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Photo: Nationalbibliothek, Wien.
Bild 14. Berggebet aus der „Sarepta“ (1562).
eingeschärft: „Drumb wie ein rechter Bergkmann one liecht / fewerzeug und compast nicht einferet / also sol ein jeder christliche Bergkmann seinen Catechis- mum in hutzen (seiner Provianttasche) und seiner unschlittaschen (Unschlitt = Talg für Grubenlicht) mit sich füren.“ Recht drastisch wirkt, wie Mathesius die Bestrafung der Sünder im jenseitigen Leben auf „bergkleuffige Weise“ seinen Bergknappen ausmalt: „Es ist zu besorgen / daß alle die so Gottes Goldt mißbrauchen und zu sünd und schandt durchdringen / den wirdt man solch zurlassen (zerlassenes oder geschmolzenes) Goldt in der helle (Hölle) in ihren schlund giessen.“