Alte Eisenindustrie im Lavanttal.
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Haupterzeugnis dieser Hämmer um Wolfsberg waren Draht und Nägel. Das geht auch aus einer Eingabe der Wolfsberger Bürger an den Bischof von Bamberg vom Jahre 1535 hervor, wo diese sich um Beseitigung von Handelsschranken für den Vertrieb der genannten Erzeugnisse nach Norden sowohl wie ins Untersteirische bemühten 28 , ebenso aus einer Eingabe Martin Freidls d. J. vom 18. April 1545, in welcher er betont, von seinen Eltern Draht- und Nagelschmiedwerke geerbt zu haben 29 . Der Hammer zu Frantschach war ein sogenannter
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Kild 3. Zainhammer.
(Aus J. Zeitlinger, „Sensen, Sensenschmiede und ihre Technik“, Jahrbuch des Vereins für Landeskunde und Heimatpflege im Gau Oberdonau, 91, 1944, S. 71, Abb. 490.)
welscher Hammer, wie ihn auch eine Verkaufsurkunde vom 4. Jänner 1613 bezeichnet 30 . Dazu hatte Martin Freidl d. J. einen kleinen Bläh- oder Stuckofen in Frantschach erbaut, der ihn in die Lage versetzte, Eisenerz sowie Hammersinter zu verhütten. Doch verarbeitete er im allgemeinen die von Waldenstein bezogenen Stucke. Sie wurden unter dem Welschhammer (Wallaschhammer) in drei bis vier Stücke zerschrotet, im Löschherd ausgeheizt und direkt zu verschiedenen Grobwaren, im vorliegenden Falle vorwiegend zu Wallascheisen, ausgeschmiedet. Neben solchen Drahtwallaschen, d. h. dicken, verhältnismäßig kurzen, kolbenförmigen Rundeisen, fabrizierte ein Welschhammer noch Blechflammen, Büchsenprotokoll v. 7. 12. 1738 (Stadtarchiv Wolfsberg: A 14) enthält, wo derselbe Hammer ,,Frantschachhammer‘ ‘ genannt wird.
28 Landesarchiv Klagenfurt: Herrsch. Bamberg, Fasz. LXIII, Nr. 259, F. 80.
29 Hofkammerarchiv Wien: Innerösterr. Miszellen, Fasz. 149.
30 Landesarchiv Klagenfurt: Urkunde v. 4. 1. 1613; K. Dinklage: Frantschach, a. a. O., Bild 1.
Technikgeschichte, 16. Heft.
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