Alte Eisenindustrie im Lavanttal.
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Stefan auf eigene Kosten zu erbauen, ebenso die Geldmittel für die Erzeugung eines größeren Vorrates an Kohle und Erz vorzustrecken 38 .
Seit Ottos Entdeckung bildete der Bergbau an der Wölch, wo Otto 3 neue Stollen anlegte, einen sehr ergiebigen Abbauplatz für Brauneisenstein. Er hat dort auch das Rösten der Erze in vier Röstöfen, die er neu erbaute, eingeführt. Dasselbe geschah zur Auflockerung der Erze für die darauffolgende Zerkleinerung im Pochwerk, förderte die Oxydation und diente zur Reinigung des Erzes von Schwefel und anderen Beimengungen. Bei Sankt Stefan erbaute Otto an Stelle des anfangs von ihm errichteten Stuckofens im Jahre 1638 auch den ersten Floßofen des Lavanttales und brachte damit den kontinuierlichen Schmelz- und Verhüttungsprozeß hier zur Einführung, der in Kärnten zuerst 1541 in Kremsbrücke nach deutschem Vorbild geübt worden war und später über die Urtl bei Guttaring seinen Einzug in den Hüttenberger Raum genommen hatte 39 .
Eine besondere Gunst lag bei den Floßöfen (Bild 4) vor allem darin, daß infolge der Durch- läufigkeit das Schmelzprozesses nicht jeweils neuerlich eingeheizt werden brauchte wie bei den Stucköfen, die man immer erkalten lassen mußte, ehe man das Stuck oder Maß herausnehmen konnte.
Die Floßöfen standen Tag und Nacht im Schmelzbetrieb und es wurde während 24 Stunden 12- bis 16mal abgestochen. Die Erzausbeute war bei den Floßöfen deswegen größer, weil bei den hier herrschenden höheren Temperaturen das Eisenerz völliger aufgeschlossen wurde. In den Stucköfen kam es ja gar nicht zu einem eigentlichen Schmelzprozeß, sondern das Eisen gelangte lediglich bei seiner Ausfüllung aus den Erzen vermöge der Verbindung des Kohlenstoffes der Holzkohle mit dem
Sauerstoff der Erze in einen teigigen Zustand. Nur ein geringer Teil wurde verflüssigt und als sogenanntes Graglach gewonnen. Daß man in der ersten Hälfte des 16. .Jahrhunderts die Möglichkeit erkannt hatte, diesas Graglach zu ver- frischen und so zu nützen, bildete einen Ausgangspunkt für die Einführung des Floßofenbetriebes. Die Verwendung der Floßöfen war auch sehr kohlesparend und erhöhte damit die Rentabilität der Unternehmungen. In den Stucköfen gewann man nach einer Berechnung des 18. Jahrhunderts einen Meiler = 10 Zentner Eisen
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Hil(l 4. Floßofen um 1770. (Aus „Stahl und Eisen“, 1929, S. 493.)
38 Haus-, Hof- u. Staatsarchiv Wien: Urkunde v. 24. 4. 1637.
39 K. Dinklage u. A. Wakolbinger: A. a. O., S. 151 f.
40 Gräflich Henckel v. Donnersmarcksches Archiv Reideben bei Wolfsberg: Aktenbestand „Bergwerke und Gewerken“, Rechnung des Pressinger Verwesers Hans Herrschi v. 1637; F. MÜnichsdorfer: a. a. O., S. 19.