Alte Eisenindustrie im Lavanttal.
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man das glühende Metall laufen, welches so dünn wie Wasser fließt. Ist die Gruhe voll, so stopft man das Auge zu, zieht die während dieser Zeit auf der Oberfläche gesammelten Schlacken ab und gießt kaltes Wasser aufs Metall, welches zwar in dem ersten Augenblick ein fürchterliches Geprassel und einen dicken Dampf verursacht, aber niemals für die Arbeiter gefährlich ist. Da sich nun diejenigen Metallteile, die vom Wasser berührt werden, augenblicklich zusammenziehen,
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Bild 5. Floße und Blattel.
(Sammlung Zeilinger-Himmelberg.)
aneinanderhängen und also eine zusammenhängende Platte verursachen, so hebt man solche mit eigenen Zangen ab. Dies wird solange fortgesetzt, als sich noch Metall im Floßenbette befindet. Man macht sie von 2 Linien bis 1V 2 Zoll dick“ 53 .
Baron Max Thaddäus von Egger, der das Hüttenwerk Treibach in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu europäischer Bedeutung entwickelte und daher 1784 von Kaiser Josef II. ob seiner Verdienste um die Eisenindustrie in den Grafenstand erhoben wurde, hat sich um die Einführung der Blattelarbeit und anderer Neuerungen auf dem Gebiete des Eisenwesens in Kärnten sehr angenommen. Er wurde auch 1773 von Kaiserin Maria Theresia ins Lavanttal entsandt, um in den dortigen ärarischen Hochofenwerken verschiedene produktive Neuerungen einzuführen. Herstellung von Blattein wurde bei den Hochöfen St. Gertraud
53 B. F. Hermann : Reisen durch Österreich, Steyermark, Kärnten, Krain, Italien, Tyrol, Salzburg und Baiern im Jahre 1780, Wien 1781, S. 136.