Alte Eisenindustrie im Lavanttal.
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Verringerung der Kohlengabe bei jeder Gicht auf die Hälfte, durch vorteilhaftere Mischung des aus Braun- und Spateisenstein bestehenden Möllers, durch stärkere Neigung der Form auf 9° sowie durch mehrfache Erhöhung des Ofens bis auf 7,43 m und Einführung von Kastenbälgen (1804) der Kohlenverbrauch sowohl bei der Erzeugung von Flößen wie Blatteln ganz erheblich herabgemindert, so daß 1806 eine Tageserzeugung von über 60 Zentnern (336 kg) bei einem durchschnittlichen Kohlenaufwand von 12V 6 Schaff (5,498 m 3 ) pro Meiler Roheisen erzielt werden konnte. Die Gebläsekästen der Kastenbälge maßen 3 Schuh 10 Zoll
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Bild 7. Eisenwerk St. Leonhard i. I.. um 1834 nach J. Wagner.
(120,8 cm) im Geviert, gaben einen 3 Schuh 10 Zoll hohen Hub und gingen 14mal in der Minute. Jeder Kasten gab 51 Kubikschuh (0,1612 m 3 ) Wind. Die kupferne Form war 2 Zoll (5,2 cm) breit und l 3 / 4 Schuh (55,3 cm) hoch. Das Roheisen wurde in der Regel in 3 Zentner (168 kg) schweren Flößen abgelassen und beinahe mit gleichem Kalo wie das hüttenb er gische in den Hämmern verarbeitet, obwohl es sich kohlenstoffreicher zeigte als dieses. In 24 Stunden wurde 15- bis 20mal abgestochen. Auch auf dem Gebiete der Weiterverarbeitung der Flößen wurden durch den Oberverweser Alois Prettner in St. Gertraud große Fortschritte gemacht. Von Marcher berichtet darüber: „Nach zweyfacher Verfrischung der Flößen werden daraus auch die delikatesten Artikeln von Dünn-, Zah- und Langeisen nach allen Formungen, Krümmungen, Rundungen, Konkavitäten, Konvexitäten und Zusammenschweißungen ausgeschmiedet; auch können daraus feine Drahtwaren gezogen werden. Auf Nägl wird es nicht genutzet. Aber Stabeisen oder Streckwaren von mittlerer Gattung mögen dermalen auch beynahe schon nach einer Verfrischung ausgebracht werden; ja, nach der von Herrn Oberverweser Prettner hieher an das Oberbergamt gemachten Anzeige hat er nun auch nur ver-