Alte Eisenindustrie im Lavanttal.
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der Feuerung der Puddlingsöfen mit Holz das früheste seiner Art. Beim Buddeln wurde durch ständiges Umrühren des im Flammofen geschmolzenen Roheisens der darin enthaltene Kohlenstoff mit dem Sauerstoff der Luft stärker in Berührung gebracht und so Schmiedeeisen oder Stahl viel rascher erzeugt als hei dem bis dahin gebräuchlichen Frischverfahren. Zur Erzeugung von 1 Zentner (56 kg) Hammereisen benötigte man drei Schaff (1,4694 m 3 ) Holzkohlen, zur Herstellung von 1 Zentner Puddeleisen 7 Kubikfuß Holz und zur Vollendung der Ware im Siemens-Gasschweißofen 5 Kubikfuß, zusammen also 12 Kubikfuß (0,3792 m 3 ); die alte Methode verbrauchte demnach viermal soviel Brennmaterial wie die neue 59 .'
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Bild 8. Eisenwerk Frantsehach um 1834 nach .T. Warner
t v ber die Entwicklung des Hochofenwerkes St. Gertraud liegt neben schriftlichen Angaben Bildmaterial vor. Der alte Ofen hatte 5,69 m Höhe, wurde aber in der Folge erhöht, so daß er 1804 bei 1,26 m Kohlensackweite 7,43 m maß (Schachtlängsschnitt: Bild 9A). Die Gebrüder Rosthorn, die den Betrieb erwarben, erhöhten den Ofen 1826 weiter auf 8,25 m. Von dem damaligen Aussehen des Ofens und Werkes hat uns Josef Wagner eine eindrucksvolle lithographische Darstellung aus dem Jahre 1834 hinterlassen (Bild 6). Auch in St. Leonhard wurde der Hochofen auf 12,01 m erhöht 60 ; doch gibt die einschlägige Lithographie Wagners dieses Werk mehr von der Ferne wieder (Bild 7). Von Frantsehach liegen hingegen gute Lithographien sowohl aus dem Jahre 1834 (Bild 8) wie von 1840 vor.
Zu der Zeit, wo Josef Wagner 1834 lithographische Abbildungen der genannten Werke schuf, waren dieselben bereits im Besitze der ältesten Kärntner
59 K. Dinklage: Frantsehach, a. a. O., S. 71 ff., 96ff.
60 F. Münicilsdorfer: A. a. O., S. 28.